Stellvertretung  und  Regentschaft.  257

treffliche  Haltung  des  preußischen  Volkes,  welches  Teilnahme  an  dem
traurigen  Schicksale  seines  Königs,  Anhänglichkeit  an  das  Haus,  festes
Vertrauen  in  dich  und  aus  diesem  heraus  große  Ruhe  im  Ertragen  des
oft  willkürlichen  Regierungsmaßregelns  einer  Partei  an  den  Tag  legte,
die  es  als  seinen  heiligsten  Interessen  feindselig  erkannte.“

Anton,  Fürst  von  Hohenzollern-Bigmaringen,
preußischer  Ministerpräsident  November  1858  bis  September  1862.

Auf  keinen  der  Minister  traf  dieser  Dorwurf  der  Willkür  in  höherem
Maße  zu,  als  auf  den  Minister  des  Innern,  Herrn  von  Westphalen.  Es
entsprach  daher  den  allgemeinen  Wünschen,  daß  der  Hrinzregent,  sobald
er  die  Regentschaft  übernommen,  estphalen  entließ  und  den  Ober—
präsidenken  von  Flottwell  mit  der  einstweiligen  Derwaltung  des  Ministeriums
  beauftragte.  Dadurch  war  den  übrigen  Mitgliedern  des  Ministeriums
  Manteuffel  es  nahe  gelegt,  ebenfalls  ihre  Entlassung  zu  nebmen.
Es  ward  auch  darüber  Beratung  gepflogen,  doch  nur  der  Beschluß  gefaßt,
  daß  dem  Hrinzregenten  anheimgestellt  wurde,  ob  er  noch  ferner
die  Derwaltung  mit  vollem  Dertrauen  in  den  Händen  der  bisherigen

Räte  der  Krone  belassen  wolle.
Kaiser  Wilhelm.  17