Stellvertretung  und  Regentschaft.  263

durch  eine  Deputation  diese  Adresse  dem  Prinzregenten  überreicht.  In
dem  freudigen  Ton,  in  dem  er  sie  beantwortete,  klingt  die  Befriedigung
wider,  die  diese  Zustimmungserklärung  ihm  bereitete.

„Mit  besonderer  Freude  und  aufrichtigem  Danke“,  sagte  er,  „nehme
ich  diese  Adresse  entgegen.  Ticht  nur  ihr  Inhalt  verpflichtet  mich  hierzu
sondern  auch  die  Einstimmigkeit,  mit  welcher  das  Haus  der  Abgeordneten
dieselbe  angenommen  hat.  Es  ist  das  zweite  Mal  seit  Einsetzung  der
Regentschaft,  daß  eine  solche  Einstimmigkeit  mir  entgegentritt.  An  jene
Einstimmigkeit  des  allgemeinen  Landtages  der  Monarchie,  mit  welcher  er
die  vom  Könige  eingesetzte  Regentschaft  anerkannte,  schließt  sich  Ihr
gestriger  Akt  würdig  an.  Wie  damals,  so  auch  jetzt  wird  dies  in  den

Erinnernungsmedaille  an  die  Geburt  des  Prinzen  Friedrich  Wilhelm  Viktor  Albert
(Kaiser  Wilhelm  II.).

Annalen  des  Repräsentatiofvstems  seltene  Ereignis  weithin  durch  das
Daterland  und  durch  Europa  widerhallen  und  seinen  Eindruck  nicht  verfehlen,
  weil  es  die  Einmütigkeit  der  Regierung  und  der  Oertreter  des
Landes  darstellt.  Mit  Freude  finde  ich  in  Ihrer  Adresse  die  Ansichten
und  Gefühle  wieder,  welche  ich  vom  Throne  herab  zum  Lande  gesprochen
habe.  Halten  wir  fest  an  diesen  Grundsätzen,  dann  wird  in  Erfüllung
gehen,  daß  das  Daterland,  wie  in  der  Dergangenbeit,  so  in  der  Gegenwart
  und  in  aller  Sukunft  kräftig  und  mächtig  dasteht.“

Dazu  kam  die  entschiedene  Anerkennung,  die  der  Hrinzgemahl  von
England  allen  Schritten  des  Hrinzregenten  spendete.  Hrinz  Wilhelm
schätzte  den  Drinzgemahl  sehr  hoch  und  legte  auf  sein  feines  politisches
Urteil  das  größte  Gewicht.  So  hatte  er  ihm  die  Ansprache  vom  8.  Tovember
  mitgeteilt  und  gab  ihm  auch  gern  von  allem,  was  er  that  und  an-