314  Drittes  Kapitel.

Die  Freude  des  Königs  über  dies  patriotische  Bestreben  der  schlesischen
Städte  wurde  noch  dadurch  vergrößert,  daß  auch  das  platte  Land  der
Drovinz  auf  Anregung  des  Fürsten  Hatzfeld  erhebliche  Beiträge  für  die
preußische  Flotte  aufgebracht  hatte.  Denn  nur  mit  Dank,  äußerte  er,
könne  er  es  anerkennen,  wenn  „die  Sympathien  und  die  thätige  Mitwirkung
  des  Dolkes  den  Bestrebungen  der  Regierungen  entgegenkämen.“
Schon  als  Hrinzregent  hatte  er  seine  Aufmerksamkeit  dem  Marinewesen
zugewandt.  Im  Jahre  1850  war  die  ganze  deutsche  Küste  von  Memel
bis  Ostfriesland  behufs  Feststellung  aller  wichtigen  Derteidigungsmomente
untersucht  worden  und  seitdem  gar  manches  vorbereitet,  um  die  junge
preußische  Flotte  dem  Daterlande  für  Kriegs=  wie  für  Friedenszwecke
möglichst  nutzbar  zu  machen.

So  fand  die  hehre  Feier,  die  in  der  ostpreußischen  Zauptstadt  begangen
  war,  in  der  schlesischen  den  würdigsten  Ausklang.  Aber  im
Berzen  des  Königs  ist  sie  nie  verklungen.  Erschienen  ihm  durch  die
Krönung  die  Zechte  seiner  Krone  um  so  unantastbarer,  so  erfaßte  sein
ernster  und  ehrlicher  Sinn  sie  doch  vielmehr  als  HPflichten,  die  sich  für
ihn  daraus  ergaben.  Ihm  ward  die  Krönung  zu  einem  Gelöbnis  treuester
Oflichterfüllung,  abgelegt  im  Angesichte  des  gnadenreichen  Berrn.  Und
der  Tag  war  nahe,  was  er  in  tiefer  Andacht  gelobt,  nun  auch  vor  der
Welt  zu  erproben.