Die  Befreiung  Schleswig—-Holsteins.  361

Dänemark  die  Forderung,  binnen  48  Stunden  jene  Gesamtstaatsverfassung
vom  13.  November  1863  für  die  Herzogtümer  aufzuheben.  Sie  hatten
beim  Deutschen  Bunde  die  Besetzung  Schleswigs  beantragt,  falls  Dänemark
  nicht  unverzüglich  das  verfassungsmäßige  Recht  dort  anerkenne  und
die  widerrechtliche  Einverleibung  Schleswigs  in  die  dänische  Monarchie
wieder  aufhebe.  Indessen  die  Mehrheit  der  deutschen  Kleinstaaten  wollte,
bis  der  Prinz  von  Augustenburg  zunächst  in  Holstein  eingesetzt  wäre,
Schleswig  noch  unberücksichtigt  lassen  und  lehnte  daher  den  Antrag  ab.
Da  thaten  denn  Preußen  und  Ssterreich  den  bedeutungsvollen  Schritt
und  nahmen  als  Großmächte  selbständig  die  Sache  in  die  Hand.  Dänemark
  aber  war  im  Dertrauen  auf  die  anderen  Großmächte  dreist  genug,
das  ihm  gestellte  Ultimatum  abzulehnen.  Und  nun  zeigte  sich  die  Weisheit,
  in  der  Hreußen  ein  gemeinsames  Vorgehen  Esterreich  angetragen.
Mit  Rußland  durch  die  polnische  Konvention,  mit  Jtalien  durch  die  bereite
  Anerkennung  stand  Hreußen  so,  daß  es  von  ihnen  keine  Einsprache
zu  erwarten  hatte.  Auch  auf  Tapoleons  freundliche  Gesinnung  konnte
es  rechnen.  So  waren  nur  von  England  und  zumal  von  Ssterreich,  dem
alten  Gegner,  Schwierigkeiten  zu  besorgen.  Durch  das  preußische  Erbieten
  aber  war  Esterreich  vor  die  Wahl  gestellt,  entweder  der  Widerpart
  Hreußens  oder  sein  Bundesgenosse  zu  sein.  Durch  die  Waffengemeinschaft
  glaubte  es  sich  am  besten  gesichert  und  ergriff  so  bereitwillig
fast  über  Erwarten  das  angetragene  Bündnis,  daß  es  den  militärischen
Oberbefehl  an  Hreußen,  wie  es  dieses  verlangte,  ohne  Schwierigkeit  überließ.
  Auf  England  allein  konnte  sich  also  das  Vertrauen  der  Dänen
stützen;  wohl  wurden  dort  auch  voller  Entrüstung  dröhnende  Reden  gehalten.
  Aber  da  zwei  Großmächte  verbündet  ihm  gegenüberstanden,  getraute
  sich  England  doch  nicht  irgend  etwas  gegen  sie  zu  unternebmen.
Vor  polternden  Reden  und  Noten  aber,  wie  England  hoffte,  wichen  die
verbündeten  Mächte  auch  nicht  einen  Schritt  zurück.  Sie  beantworteten
vielmehr  die  Ablehnung  ihres  Ultimatums  mit  der  Albberufung  ihrer
Gesandten  in  Kopenhagen,  und  der  Böchstkommandierende  der  verbündeten
Armeen,  der  greise  Feldmarschall  von  Wrangel,  befahl  mit  dem  lakonischen
Kommando:  „In  Gottes  Namen  druff!“  am  1.  Februar  1864  den  Einmarsch
  in  Schleswig.

Die  dänische  Armee  unter  General  de  Meza  zählte  502  14  Mann
mit  120  Geschützen.  Die  gleiche  Sahl  ihrer  Truppen  hielten  die  verbündeten
  Fürsten  für  ausreichend  zur  Besiegung  der  dänischen  Kriegsmacht,.
  So  waren  denn  überhaupt  nicht  mehr  als  57000  Hreußen  mit
110  Geschützen  und  25000  Ssterreicher  mit  56  Geschützen  für  den  Kricg