Die  Befreiung  Schleswig-Rolsteins.  371

Werke  zu  stürmen.  Die  Rückfahrt  nahm  der  König  über  Tübel,  um
das  Lazarett  zu  besichtigen.  Er  trat  an  das  Schmerzenslager  des  Generals
  von  Raven,  tröstete  ihn  mit  freundlichem  Zuspruch  und  verlieh  ihm
den  GOrden  pour  le  mérite:  und  ein  leises  Lächeln  der  Freude  überzog
auf  einen  Moment  die  Süge  des  sterbenden  Helden.

Unterdessen  hatte  sich  bei  Gravenstein  die  andere  Rälfte  der  Düppel-Sieger
  versammelt,  die  in  entfernteren  Quartieren  im  Sundewitt  untergebracht
  war.  Auch  über  sie  nahm  der  König  die  Harade  ab  und  überreichte
  mehreren  Unteroffizieren  und  Gemeinen  mit  eigener  Rand  die
Auszeichnungen,  die  er  ihnen  für  bewiesene  Tapferkeit  verliehen.  Voch
am  Abend  fuhr  der  König  nach  Flensburg,  übernachtete  hier  im  Hause
des  Kaufmanns  Callsen,  besuchte  am  nächsten  Tage  die  Lazarette  und
kehrte  nach  dreitägiger  Abwesenheit  nach  Berlin  zurück.

Die  Püppel-Medaille.

Am  5.  Mai  langten  auch  die  Trophäen  des  Sieges,  die  eroberten
Geschütze  —  118  an  der  Sahl  —  in  Berlin  an.  Ein  Sug  von
127  Mann,  lauter  Düppel-Sieger,  geführt  von  dem  Oremierleutnant
Stöphasius,  der  sich  durch  tollkühnen  Wagemut  bei  dem  Sturme  hervorgethan,
  eskortierte  sie.  Dom  Brandenburger  Thor  ging  der  Sug,  reich
bekränzt,  von  flatternden  Danebrogfähnchen  umweht,  während  die  Berliner
Garnison  auf  dem  ganzen  Wege  Spalier  bildete,  die  Linden  hinauf  bis
zum  Halais  des  Königs.  Das  war  ein  Triumphzug,  wie  er  das  Herz
des  Hreußen  höher  schlagen  macht.  Mit  begeisterten  Hochrufen  begrüßte
die  dicht  gescharte  Dolksmenge  den  Zug  der  Tapferen,  die  im  unscheinbaren
  Feldanzuge,  aber  ruhmbekränzt,  den  dröhnenden  Geschützen  voranschritten.
  Bei  der  Statue  des  alten  Blücher  machten  sie  Ralt.  Bier  hielt
der  König.  Mit  eigener  hand  reichte  er  den  Mannschaften,  die  von
ihren  Truppenteilen  zur  Dekorierung  vorgeschlagen  waren,  die  ihnen
verliehenen  Shrenzeichen.  Und  am  nächsten  Tage  lud  er  sie  alle  als
seine  Gäste  ins  Schloß  zu  festlichem  Mahle,  erschien  selbst  in  der  Mitte

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