Die  Auseinandersetzung  mit  Gsterreich.  403

heiten  erledigte.  Für  seine  persönliche  Bedienung  freilich  nahm  der
König  nur  einen  Kammerdiener,  einen  Garderobier  und  zwei  Leibjäger
mit,  die  auch  während  des  Feldzuges  nicht  abgelöst  wurden.  Denn  es
war  erstaunlich,  wie  wenig  Bedürfnisse  König  Wilhelm  für  seine  Herson
hatte.  Don  früh  morgens  bis  spät  abends  angezogen,  kannte  er  in  der
Kleidung  keine  andere  Bequemlichkeit,  als  daß  er  in  seinem  Arbeitszimmer
den  Zll#litärüberrock  aufknöpfte.  Die  meisten  Dinge  that  er  so  ausschließlich
  selbst,  daß  gar  keine  Hilfe  nötig  war.  Ja  manches,  wie  das
Auspacken  und  Einpacken  seiner  sämtlichen  Hapiere  in  die  für  Reisen
bestimmten  Hortefeuilles,  das  wohl  ein  anderer  hätte  thun  können,  that
er  bei  seiner  Sewöhnung  an  strenge  Grdnung  selbst.  Seine  Befehle
wurden  nie  hart  oder  unfreundlich  gegeben;  Versehen  nie  mit  einem
heftigen  Worte  oder  im  Sorn  gerügt,  so  daß  der  Dienst  bei  der  Herson
des  Königs  ein  leichter  war.  Uberhaupt  ließ  die  sich  immer  gleichbleibende
  milde  Ruhe  des  Königs  gar  keine  Unruhe  um  ihn  her  aufkommen;
  daher  eben  ging  alles  um  ihn  wie  am  Schnürchen.

Ganz  allein  befand  sich  der  König  während  des  Feldzuges  nur
selten,  höchstens  früh  morgens.  Wenn  früh  sein  TLeibarzt  von  TLauer,
der  Generalarzt  des  Gardecorps,  bei  ihm  gewesen  war,  las  der  König
die  eingegangenen  Depeschen  und  Telegramme  und  sandte  sie  nach  ihrem
Inhalt  an  Bismarck,  Roon,  Moltke  oder  die  Thefs  des  Militär-  oder
Sivilkabinetts.  Dann  folgten  die  Meldungen  des  Hofmarschalls,  Grafen
Derponcher-Sedlnitzkvy,  und  des  Rofstallmeisters  von  Rauch,  durch  die  das
ganze  innere  Getriebe  des  königlichen  Hofhaltes  geregelt  wurde.  Sofort
begannen  nun  die  Audienzen,  orträge  und  Besichtigungen,  die  kaum  von
der  kurzen  Tafelzeit  unterbrochen  wurden,  um  gleich  danach  wieder  fortgesetzt
  zu  werden.

Die  Bewachung  und  den  militärischen  Dienst  hatte  die  aus  allen
Infanterie=  und  Kavallerieregimentern  der  Armee  gebildete  Stabswache
unter  dem  Kommando  des  Oberstleutnants  von  Krosigk.  Die  Infanterie
war  in  ein  Bataillon,  die  Kavallerie  in  eine  Schwadron  formiert.  Sie
ritt,  wenn  das  Zauptquartier  sich  in  Bewegung  setzte,  dem  Wagen  des
HKönigs  teils  voran,  teils  folgte  sie  ihm,  und  zwar  immer  abwechselnd,
entweder  Kürassiere  und  Dragoner  oder  RKusaren  und  Ulanen.  Die
Infanterie  hatte  die  Bewachung  der  Wohnung  des  Königs  zu  übernehmen;
  sie  marschierte,  wenn  das  Zauptquartier  aufbrach,  entweder
voraus  oder  folgte  ihm  nach.  Waren  aber  schon  preußische  Truppen  in
der  Stadt,  so  gaben  diese  neben  der  Stabswache  auch  eine  Ehrenwache,

die  der  König  jedesmal  sofort  nach  seiner  Ankunft  inspizierte,  indem  er
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