Die  Auseinandersetzung  mit  sterreich.  417

wurde.  Da  begegneten  ihm  drei  Bauernwagen  mit  verwundeten  Dra—
gonern,  die  das  Gefecht  bei  Stresetitz  gar  übel  zugerichtet  hatte.  Allein
der  unvermutete  Anblick  des  Königs  elektrisierte  die  braven  Neumärker,
unter  kräftigen  Hurrarufen  fuhren  sie  im  Schritt  an  ihrem  sie  salutieren—
den  Kriegsherrn  vorüber.

Endlich  war  Sadowa  erreicht;  aber  der  König  beschloß,  nicht  nach
Gitschin  zurückzufahren.  Denn  die  der  Armee  schon  in  der  KNacht  nachrückenden
  Munitionskolonnen  nahmen  alle  Straßen  ein.  Daher  nahm  er
das  Anerbieten  des  Prinzen  Friedrich  Karl  an,  in  dessen  Quartier  in
Horiz  die  Nacht  zuzubringen.  Allein  hier  fehlte  es  an  jeder  Bequemlichkeit.
  Nichts  weiter  als  eine  Tasse  Thee  konnte  der  König  zu  seiner  Erquickung
  bekommen.  Erst  spät  in  der  Vacht  gelang  es,  noch  einen
bescheidenen  Imbiß  für  ihn  zu  beschaffen.  Ein  Bett  war  nicht  vorhanden.
Michts  weiter  als  ein  Tisch,  zwei  Stühle  und  ein  uraltes  Sofa  standen
in  dem  kahlen  Simmer.  Aus  dem  Wagen  bolte  der  Ceibjäger  Kretl#
ein  paar  Sitzkissen  und  bereitete  auf  dem  Sofa  daraus  für  den  König
ein  Lager,  auf  dem  dieser,  seine  Schreibmappe  als  Kopfkissen,  seinen
Mantel  als  Decke  benutzend,  bald  fest  und  ruhig  eingeschlafen  war.  Um
5  Uhr  in  der  Nacht  traf  dann,  von  Gitschin  herbeitelegrapbiert,  die
Bagage  des  Königs  in  Horiz  in.  Der  Kammerdiener  Schmidtke  weckte
den  König  und  meldete,  daß  das  Feldbett  jetzt  da  wäre  und  er  es  gleich
aufschlagen  werde.  Aber  der  König  meinte,  daß  es  jetzt  der  Mühe  nicht
mehr  lohnte,  dankte  Schmidtke  für  seine  Aufmerksamkeit  und  schlief  auf
seinem  Sofa  weiter,  bis  die  Sonne  um  sechs  ins  Fenster  hereinschien
und  ihn  weckte.  Um  7  Uhr  saß  der  greise  Held  schon  an  dem  Tische
und  schrieb  an  die  Königin  von  dem  Gewaltigen,  was  sich  tags  vorher
zugetragen.  Denn  unablässig  kamen  die  Meldungen  und  bestätigten  in
immer  umfassenderer  Weise  die  Vollständigkeit  des  Sieges.  Es  war  die
größte  Schlacht  des  Jahrhunderts;  denn  mehr  Kämpfer  als  bei  TLeipzig
hatten  bei  Königgrätz  gegeneinander  im  Feuer  gestanden.  Es  war  der
glänzendste  Sieg,  den  Hreußen  seit  den  Tagen  Friedrichs  des  Großen  gewonnen
  hatte.

Eine  traurige  Oflicht  rief  den  König  am  nächsten  Tage  nach  Chlum.
Rier  hatte  die  Garde  sich  durch  die  Erstürmung  des  Dorfes  reiche  Lorbeeren
  errungen;z  jetzt  galt  es,  die  Gefallenen  —  unter  ihnen  den  Kommandeur
  der  1.  Gardedivision,  General  Biller  von  Gärtringen  —  auf  dem
Felde  ihres  Ruhmes  zu  bestatten.  Als  der  König,  an  der  Trauerfeier
teilzunehmen,  dorthin  unterwegs  war,  begegnete  ihm  ein  hoher  österreichischer
  Offizier,  den  Kopf  verbunden,  von  preußischen  Soldaten  es-Kaiser

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