Die  Auseinandersetzung  mit  sterreich.  427

Holstein  dem  Könige  von  Preußen  freilich  mit  der  Einschränkung  ab,
daß,  „falls  die  nördlichen  Distrikte  von  Schleswig  durch  freie  Abstimmung
den  Wunsch  zu  erkennen  geben  sollten,  mit  Dänemark  vereinigt  zu
werden,  sie  an  Dänemark  abgetreten  werden  sollten“  (Artikel  5)  —  eine
Einschränkung,  die  1877  durch  ein  Sonderabkommen  zwischen  Preußen
und  Ssterreich  wieder  beseitigt  worden  ist.  Endlich  zahlte  Osterreich
40  Millionen  Thaler  Kriegsentschädigung,  wovon  20  bar  erlegt,  15  für

Feldparade  bei  Hrünn  am  1.  Kugust  1866:  König  Wilhelm  führt  dem  Kronprinzen  und  dem
General  Steinmetz  das  Königsgrenadierregiment  (Nr.  7)  vor.

die  Elbherzogtümer  und  5  für  die  bis  zum  Friedensschlusse  zu  gewährende
freie  Derpflegung  des  preußischen  Beeres  gerechnet  werden  sollten.
Micht  mehr  als  das  Notwendige  schlossen  diese  Friedensbedingungen
in  sich.  Auf  den  Siegeseinzug  in  Wien  verzichtete  König  Wilhelm.
Wohl  mußte  Ssterreich  der  lange  geübten  mittelbaren  Herrschaft  über
Jtalien  und  der  noch  älteren  über  Deutschland  entsagen;  aber  dennoch
war  durch  den  Friedensschluß  weder  seiner  Shre  noch  seiner  unmittelbaren
  Machtstellung  eine  Wunde  geschlagen,  die  unheilvolle  Feindschaft
zwischen  Dreußen  und  Osterreich  hätte  pflanzen  müssen.  Vielmehr  be-