Die  Auseinandersetzung  mit  GEsterreich.  49

arrangiert,  die  zu  besuchen  er  den  König  bitten  ließ.  Alllein  leise  schüttelte
dieser  den  Kopf  und  sagte:  „Wer  so  viele  seiner  braven  Soldaten  tot
und  verwundet  gesehen  wie  ich,  der  kann  in  kein  Theater  geben!“

Mit  unendlichem  Jubel  begrüßten  den  hbeimkehrenden  Helden  am
nächsten  Tage,  sobald  der  Sug  die  preußische  Grenze  passiert  hatte,  alle
Bewohner;  selbst  auf  den  Dörfern  standen  sie  an  der  Bahn,  um  ihn
wenigstens  vorüberfahren  zu  sehen.  Ein  fortgesetzter  Triumphzug  war
die  Fahrt  über  Görlitz,  Guben  und  Frankfurt.  Endlich  um  10½  Uhr
abends  lief  der  Sug  in  den  schlesischen  Bahnhof  in  Berlin  ein,  wo  die
Königin,  von  allen  Hrinzessinnen  des  Röniglichen  Hauses  umgeben,
den  rubhmbekränzten  Sieger  empfing.  So  dichtgedrängt  stand  auf  dem
langen  Wege  bis  zum  Palais  des  Königs  die  laut  jubelnde  Dolksmenge,
daß  die  Hferde  oft  nur  im  Schritt  gehen  konnten.  In  hell  strahlendem
Glanze  begrüßte  den  Beimgekehrten  das  Denkmal  Friedrichs  des  Großen
vor  seinen  Fenstern  und  aus  der  Ferne  die  Diktoria  auf  dem  Brandenburger
  Thor.  Aber  um  WMitternacht  sah  man  den  König  in  seinem
Arbeitszimmer  bei  der  gewohnten  einsamen  Studierlampe  sitzen,  das  Berz
sicher  von  andern  Gefühlen  erhoben,  als  sie  vor  56  Tagen  am  Abend
vor  seiner  Abreise  ins  Feld  es  erfüllt  hatten.  Der  erste  Gang  des  Königs
am  andern  Morgen  aber  war  in  den  Dom,  um  mit  seinem  ganzen
Kause  dem  Rerrn  für  all  das  Große  zu  danken,  das  in  diesen  Tagen
gescheben  war.