432  Achtes  Kapitel.

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formiert  wurde,  das  bei  Leipzig  sich  sammelte.  Demnach  konnte  Man—
teuffel  jetzt  wieder  ohne  weiteres  gegen  das  Bündescorps  vorgehen,  das
hinter  der  Tauber  eine  günstige  Stellung  eingenommen  hatte.  Mitten
in  dem  gebirgigen  Gelände  des  Odenwaldes  führte  r  eine  geschickte
Linksschwenkung  aus,  die  ihn  sofort  in  Fühlung  mit  dem  Gegner  brachte.
Ohne  Anstrengung  drängte  Flies  am  25.  Juli  bei  Werbach  die  Badener
zurück,  die,  wie  es  schien,  einen  ernstlichen  Kampf  überhaupt  vermeiden
wollten.  Am  folgenden  Tage  griff  dann  Manteuffel  die  Tauberlinie  an:
blies  nahm  den  Hessen  Wertheim,  Göben  eroberte  Tauberbischofsheim,
das  die  Württemberger  besetzt  hatten.  Mit  großer  Tapferkeit  erneuerten
diese,  von  dem  General  von  Hardegg  geführt,  am  NWackmittage  den
Kampf  um  das  Städtchen:  fünfmal  stürmten  sie  an,  indes  die  Hreußen
bielten  fest,  was  sie  hatten.  Die  Tauberlinie  war  damit  verloren.  Um
indes  sein  Corps  zu  sichern,  zog  sich  Hrinz  Alexander  näher  an  die  bei
Helmstadt  stebenden  Bayern  heran,  indem  er  die  bewaldete  Hochfläche  von
Herchsheim,  8  km  von  Helmstadt,  mit  seinen  Divisionen  besetzte.  So  sah
sich  Manteuffel  einer  großen  Ubermacht  gegenüber.  Dennoch  zögerte  er
nicht,  schon  am  folgenden  Tage  (25.  Juli)  mit  der  Division  Göben  die
Bundestruppen  bei  Herchsheim,  mit  der  Division  Bever  die  Bapern  bei
Relmstadt  anzugreifen.  Bier  wie  dort  wichen  die  Feinde  dem  preußischen
Angriff.  Die  Bavern  gingen  auf  ürzburg  zurück.  Indes  am  26.
rückten  sie  von  neuem  vor,  wurden  aber  nach  hartnäckigem  Kampfe  bei
Roßbrunn  nochmals  geworfen  und  zogen  sich  nun  in  der  Nacht  über  den
Main  zurück.  Ohne  Derzug  folgte  ihnen  Manteuffel  und  eröffnete  gegen
die  Feste  Marienberg,  die  Titadelle  von  Würzburg,  ein  beftiges  Feuer.
Zugleich  erschien  in  der  FKlanke  der  Bayern  der  Großberzog  von  Mecklenburg
  mit  seinem  Reservecorps,  nachdem  er  am  29.  Juli  durch  das  Gefecht
  bei  Seybottreuth  sich  den  Weg  nach  Bapern  hinein  eröffnet  und  am
31.  ürnberg  besetzt  hatte.  Aber  schon  schwirrten  Gerüchte  von  Waffenstillstand
  durch  die  Luft:  sofort  begann  das  Bundescorps  sich  aufzulösen.
Schon  am  50.  Juli  berief  der  Großberzog  Friedrich  seine  Badener  in  die
Heimat  zurück.

Schon  waren  in  Nikolsburg  die  Gesandten  der  süddeutschen  Fürsten
mit  der  Bitte  um  Frieden  erschienen.  Sobald  der  Frieden  mit  Esterreich
gesichert  war,  wurde  auch  ihnen  Waffenstillstand  gewährt.  Bayern  übergab
  als  Friedenspfand  das  feste  Würzburg  den  Hreußen  und  die  Bundeskontingente
  gingen  auseinander.  Sie  nahmen  die  ernste  Lehre  mit,  daß
ohne  eine  energische  Susammenfassung  und  Ceitung  ihrer  Kräfte  all  ihre
persönliche  Tapferkeit  nichts  auszurichten  vermöchte.  Da  bedurfte  es  denn