522  Erstes  Kapitel.

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„Gott  war  mit  uns!
Ihm  sei  Lob,  Preis,  Ehre,  Dank!

„Als  ich  am  Schlusse  des  Jahres  1866  mit  dankerfülltem  Herzen
Gottes  Gnade  dankend  preisen  durfte  für  so  unerwartet  glorreiche  Ereignisse,
  die  sich  zum  Heile  Hreußens  gestalteten  und  den  Anfang  zu  einer
Meueinigung  Deutschlands  nach  sich  zogen,  da  mußte  ich  glauben,  daß
das  von  Gott  mir  aufgetragene  Tagewerk  vollbracht  sei  und  ich  dasselbe
nun,  in  Ruhe  und  Frieden  fortbildend,  dereinst  meinem  Sohne  Elück
bringend  hinterlassen  würde,  voraussehend,  daß  ihm  es  beschieden  sein
werde,  die  südliche  Zälfte  Deutschlands  mit  der  närdlichen  zu  einem
Ganzen  zu  einen.

„Aber  nach  Gottes  unerforschlichem  Ratschluß  sollte  ich  berufen  werden,
selbst  noch  diese  Einigung  herbeizuführen,  wie  sie  sich  nach  dem  von  Frankreich
  auf  das  frivolste  herbeigeführten  ebenso  glorreichen  als  blutigen
siebenmonatlichen  Krieges  nunmehr  darstellt!  Wenn  je  in  der  Geschichte
sich  Gottes  Finger  sichtlich  gezeigt  hat,  so  ist  dies  in  den  Jahren  1866,
1870  und  71  gescheben.

„Der  deutsch-französische  Krieg,  der  wie  ein  Blitz  aus  beiterem
RKimmel  herabfiel,  einte  ganz  Deutschland  in  wenigen  Tagen,  und  seine
Beere  schritten  von  Sieg  zu  Sieg  und  erkämpften  mit  schmerzlichen  Opfern
Ereignisse,  die  nur  durch  Gottes  Willen  möglich  waren.  Dieser  Wille
stellte  mir  Männer  zur  Seite,  um  so  Großes  vollbringen  zu  sollen.

„Dieser  Wille  stählte  die  Gesinnung  der  Kämpfenden  in  HRingebung
und  Ausdauer  und  nie  gekannter  Tapferkeit,  so  daß  an  Hreußens  Fahnen
und  an  die  seiner  Derbündeten  sich  unvergängliche  Ehre  knüpfte.  Dieser
Wille  begeisterte  das  Dolk  zu  nie  gekannter  Opferwilligkeit,  zur  Linderung
der  Leiden,  die  der  Krieg  unvermeidlich  schlägt!

„Mit  demütig  dankerfülltem  Herzen  preise  ich  Gottes  Gnade,  die
uns  würdig  befunden  hat,  so  Großes  nach  seinem  Willen  vollbringen  zu
sollen!  Möge  diese  Gnade  ferner  uns  zur  Seite  stehen  beim  Auf-  und
Ausbau  des  neu  geeinten  Deutschland,  zu  dem  erst  der  Grund  gelegt  ist,
und  Frieden  uns  beschieden  sein  „die  Güter  in  Demut  zu  genießen“,  die
in  blutigen,  heißen  Kämpfen  errungen  wurdenl!

„Herr,  Dein  Wille  geschehe  wie  im  Himmel,  also  auch  auf  Erdenl!!
Amenl
·  Wilhelm.“