Der  Ausbau  des  Reiches.  535

Verlangen  des  deutschen  Dolkes,  was  es  in  einmütiger  Erbebung  errungen,
seine  Einigung,  die  Wiederaufrichtung  des  Reiches,  in  gemeinsamer  Feier
zu  begehen,  durch  ein  nationales  Denkmal  zu  verherrlichen:  es  ward  zur
That.  Wie  Kaiser  Wilhelm  dem  Gedächtnis  seiner  ruhmreichen  Siege
1875  das  Siegesdenkmal  am  Königsplatz  in  Berlin  geweiht  hatte,  so
legte  er  am  16.  September  1877  auf  dem  Niederwald,  auf  laubumkränzter
Höhe  am  Rhein  den  Grundstein  zu  dem  deutschen  Nationaldenkmal.

Prinz  und  Prinzessin  Wilhelm  von  Preußen  (1881).

„Wie  mein  hochseliger  Dater“,  sagte  er,  „das  Denkmal  auf  dem  Kreuzberg,
  so  weihe  ich  diesen  Stein  den  Gefallenen  zum  Andenken,  den  Cebenden
  zur  Anerkennung,  künftigen  Geschlechtern  zur  Nacheiferung!“  Und
Kanonendonner  mit  rollendem  iderhall  begleitete  den  Bammerschlag,
während  jubelnd  die  unabsehbare  Schar  der  Festgenossen  die  „Wacht  am
Rhein“  anstimmte.

Ja,  der  unablässig  und  aufmerksam  die  Wacht  am  Rhein  hielt,  war
Kaiser  Wilhelm.  Denn  das  unruhige  Derhalten  Frankreichs,  nachdem
1875  die  letzten  deutschen  Truppen  den  französischen  Boden  verlassen