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in  den  Weltmarkt:  1441.  Zweiunddreißig  Jahre  später  machte  das
Haus  Fugger  das  erste  große  Geschäft  mit  den  Habsburgern,  1473;
sie  sind  von  da  ab  die  Bankiers  dieses  erlauchten  Geschlechtes  geblieben,
  durch  welches  sie  auch  in  Verbindung  mit  der  römischen
Kurie  getreten  sind.  Ulrich,  Jakobs  Sohn,  war  es,  der  von  der
Leinwand  zum  Handel  mit  Geld  überging  und  der  entgegen  dem
damaligen  Vorurteile  Geld  auf  Zins  auslieh.  Seinem  unternehmenden
  Geiste  kam  es  zustatten,  daß  zwei  solche  wichtige  Faktoren,
wie  die  Habsburger  und  die  Päpste,  sich  selbst  von  der  herrschenden
Ansicht  lossagen  mußten  und  derlei  Geldspender  dringend  brauchten.
Bei  den  Habsburgern  war  es  der  stets  geldbedürftige  Erzherzog
Sigismund  von  Tirol,  der  mit  den  Fuggern  zuerst  in  Verbindung
trat  und  ihnen  Anteil  an  der  Ausbente  seiner  Bergwerke  einräumte.
Die  Zahlungen  erfolgten  teils  in  bar,  teils  in  Naturalien.  In  den
Jahren  1487—94  beliefen  sich  diese  gezahlten  Summen  auf  mehr
als  600  000  Gulden.  Es  gehörte  nicht  geringer  Wagemut  dazu,
solche  Summen  den  Habsburgern  zu  borgen,  die  Fugger  hatten
diesen  Mut,  sie  ketteten  damit  ihr  Schicksal  an  das  dieser  Fürsten
und  sind  mit  ihnen  emporgekommen.

Auch  die  Kurie  ist  mit  der  Arbeitsweise  und  der  Kapitalkraft  der
Fugger  sehr  zufrieden  gewesen;  auch  sie  kargte  nicht  mit  Ehrenbezeichnungen,
  Pfalzgrafen  des  Laterans  wurden  sie,  und  etwas
wie  persönlichen  Stolz  empfand  Papst  Leo  X.,  als  er  erzählen
konnte,  er  habe  einst  den  Vertreter  des  Hauses  in  Rom  befragt,
binnen  welcher  Zeit  er  ihm  300  000  Dukaten  verschaffen  könne,
worauf  jener  sich  bereit  erklärt  habe,  dies  binnen  einer  Stunde  zu
tun.  Es  zeigt  diese  Geschichte,  einen  wie  großen  Kredit  bald  nach
1500  die  Fugger  hatten.  Nebenbei  gesagt,  hat  sie  den  Vorzug,
wahr  zu  sein,  während  jene  andere,  viel  bekanntere,  durch  ein  berühmtes
  Gemälde  Pilotys  verherrlichte  Episode,  nach  welcher  Fugger
  den  Kaiser  Karl  V.  bei  einem  Feuer  von  kaiserlichen  Schuld--scheinen
  empfangen  habe,  in  den  Kreis  jener  Anekdoten  gehört,  die
nicht  wahr  sind,  aber  doch  einen  Beitrag  zur  Charakteristik  der
mithandelnden  Personen  geben.  Denn  es  ist  oft  wichtiger,  zu  wissen,
wessen  Menschen  für  fähig  gehalten  werden,  als  wessen  sie  wirklich
sähig  gewesen  sind.  Der  Bedeutendste  aus  dieser  Generation  war
Jakob  II.  Fugger,  ein  jüngerer  Bruder  jenes  Ulrich,  geboren  1459;
er  war  ursprünglich  für  den  geistlichen  Stand  bestimmt  gewesen,  ist
aber  seiner  Lust  und  Begabung  folgend  zum  Kaufmannsstande  übergegangen
  und  hat  seine  Lehrzeit  in  Venedig  durchgemacht;  er  kehrte