Schweinichens  Bericht  43

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und  beineben  auch  sein  Macht  und  Vermögen.  Man  saget,  daß  der
Herr  Fugger  so  viel  hätte,  daß  er  ein  Kaisertum  bezahlen  möchte.
Verehret  mir  auf  den  Fall  einen  schönen  Groschen,  der  ungefähr
9  Gran  schwer  war,  wegen  des  Falls.  J.  F.  G.  versahen  sich  auch
eines  stattlichen  Geschenkes,  aber  damals  bekamen  J.  F.  G.  nichts,
als  einen  guten  Rausch.  Es  waren  J.  F.  G.  hernach  etliche  Mal
zu  Gaste  allda,  und  waren  allezeit  wohl  tractiret,  wie  ich  denn  ingleichen
  vom  Herrn  Fugger  eingeladen  ward  .  .  Versaget  (verlobet)
  die  Zeit  eben  einem  Grafen  sein  Tochter  und  saget  ihr  mit  zu
geben,  neben  dem  Schmuck,  200  000  Thaler  in  Jahr  und  Tag.  Das
mochte  ein  Brautschatz  sein!

Wann  denn  in  der  Herbergen  (in  der  der  Herzog  mit  seinem
Gefolge  einquartiert  war)  täglichen  viel  aufgieng,  daß  auch  J.  F.
G.  über  1300  Thaler  dem  Wirt  schuldig  waren;  ungeacht  daß  ich
ihm  allbereit  250  Thaler  gegeben  hatte,  wollte  er  auch  nunmehr
endlichen  Geld  haben  und  war  bei  J.  F.  G.  wenig  vorhanden.  Schickten
  J.  F.  G.  mich  zum  Herrn  Fugger  und  ließen  ihn  um  4000
Thaler  zu  leihen  bitten.  Er  schlug  aber  Solches  J.  F.  G.  aus  vielen
erzälten  Ursachen,  sonderlichen  aber  wegen  Leihung  dem  König  von
Spanien  einer  großen  Summa  gänzlichen  ab  und  entschuldiget  sich
ganz  höflichen.  Des  andern  Tages  aber  schickte  er  seinen  Hofmeister
zu  mir,  ihn  bei  meinem  Herrn  anzusagen.  Da  ließ  er  J.  F.  G.
200  Kronen  und  ein  schönen  Becher  von  80  Thaler  verehren,  neben
einem  Roß  mit  einer  schwarzen  Sammetdecken  bedecket,  auch  praesentiren,
  welches  alles  J.  F.  G.  zu  Freundschaft  und  großem  Dank
annahmen.“!1)

III.
Wallenstein.

Neun  Jahre  nach  Luthers  Tode  ward  in  Deutschland  der  Versuch
gemacht,  die  streitenden  Parteien  in  einem  Ausgleiche  zu  vereinen.
Siegreich  hatte  zuerst  Kaiser  Karl  (1547)  die  protestantischen  Fürsten
  niedergeworfen,  den  Kurfürsten  von  Sachsen  und  den  Landgrafen
  von  Hessen  gefangen  gesetzt;  das  war  nur  möglich  gewesen
durch  die  Spaltung,  die  in  den  Reihen  der  Protestanten  selbst  eingerissen
  war.  Aus  ehrgeizigen  Motiven  hatte  sich  der  Herzog  Moritz
von  Sachsen  von  ihnen  getrennt  und  sich  dem  Kaiser  angeschlossen.
Dafür  war  ihm  an  Stelle  seines  gefangenen  Vetters  der  sächsische

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1)  Denkwürdigkeiten  von  Hans  lvon  Schweinichen.  Heranusg.  von  Hermann
  Oesterley.  Breslau,  18/8.  S.  77—7v.