80  Maximilian  von  Bayern  *

da  hat  Maximilian  zu  wiederholten  Malen  sich  für  den  Frieden
tüchtig  eingesetzt  und  hat  seine  politischen  Hilfsquellen  benützt,  um
Frankreich  und  den  Kaiser  zum  Frieden  zu  drängen.  Nur  langsam
konnte  dieser  Frieden  eintreten,  zu  schwer  war  der  Kampf  gewesen,
  zu  sehr  waren  die  verschiedensten  Interessen  dabei  verschlungen.
  In  jahrelangem  Ringen  begegneten  sich,  nicht  nur  die  Feldherren,
  auch  die  Diplomaten  und  mit  der  ganzen  Weitschweifigkeit
jener  Zeit  haben  sie  sich  in  Etikettestreitigkeiten  erschöpft,  teils
um  Zeit  zu  gewinnen,  teils  aus  Lust  an  der  Sache.  Man  hat
damals  geglaubt,  der  Macht  und  Bedentung  des  eigenen  Souberäns,
  ja  der  eigenen  Person,  etwas  zu  vergeben,  wenn  man  nicht
Vorrang  und  alles,  was  sich  damit  in  Verbindung  bringen  ließ,  mit
äußerster  Zähigkeit  verteidigt  hätte.

Endlich  waren  die  letzten  Hindernisse  aus  dem  Wege  geräumt;
Bayern  hatte  wiederum  sehr  vermerklich  seinen  Einfluß  zugunsten
des  Friedens  fühlbar  gemacht,  indem  es  für  die  französischen  Ansprüche
  auf  Elsaß  eintrat.  In  Münster  und  Osnabrück  konnte  der
Frieden  abgeschlossen  werden,  der  den  Schweden,  wie  noch  zu  erzählen
  sein  wird,  deutschen  Boden  auslieferte,  den  größten  Teil  des
Elsasses  aber  an  Frankreich  gab,  und  zwar  in  gewollt  unklaren  Bestimmungen,
  die  den  beiden  Vertragabschließenden,  Frankreich  und
dem  Kaiser,  die  Möglichkeit  ließen,  diese  Bedingungen  bei  günstiger
Gelegenheit  zu  verändern.  Bayern  blieb  Kurfürstentum,  die  Oberpfalz
blieb  gleichfalls  bayrisch,  dagegen  wurde  der  Sohn  des  Winterkönigs
  in  den  Rest  der  Pfälzer  Besitzungen  zurückgeführt,  und  für
ihn  eine  neue,  die  achte,  Kur  geschaffen.  Als  wichtigste  Errungenschaft
  aber  des  Westfälischen  Friedens,  und  hier  wird  man  auch
wieder  das  Resultat  der  Tätigkeit  des  Bayern  zu  spüren  haben,  wird
den  deutschen  Fürsten  ausdrücklich  das  Recht  gegeben,  mit  dem  Auslande
  sich  in  Bündnisse  einzulassen.  Sie  werden  dadurch  als  dem
Kaiser  gleichberechtigt  anerkannt  und  damit  im  großen  Deutschland
  politisch  gleichberechtigte  Teilstaaten  errichtet.  Der  konfessionelle
  Gegensatz  wird  ausgeglichen,  als  Normaljahr  das  Jahr  1624
angesetzt,  da  hinein  aber  gleich  eine  Ausnahme  gerissen,  da  die  Oberpfalz,
  die  erst  nach  1624  rekatholisiert  worden  war,  trotzdem  katholisch
  blieb.  Die  Gleichberechtigung  der  Kalvinisten  mit  den  Lutheranern
  wurde  anerkannt.  Es  dauerte  freilich  noch  einige  Jahre,  bis
allen  Bestimmungen  des  Westfälischen  Friedens  Genüge  getan  war
und  wirklich  Ruhe  in  Deutschland  wiederkehrte.

Beobachten  wir  noch  Maximilian  bei  seiner  Tätigkeit  im  Inneren