Ergebnis  der  Regierung  Maximilians  83

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wieder:  „Der  Fürst  muß  einer  Kerze  gleichen,  die  sich  selbst  ber—
zehrt,  indem  sie  anderen  leuchtet“.

Was  diesem  süddeutschen  katholischen  Lande  unter  der  Leitung
eines  bedentenden  Mannes  in  der  ersten  Hälfte  des  17.  Jahrhunderts
  gelungen  ist:  sich  zu  einem  festgefügten,  gut  verwalteten  Territorialstaate
  zu  konsolidieren,  den  Habsburgern  bestimmend  ntgegenzutreten,
  das  vollzog  sich  in  der  zweiten  Hälfte  jenes  Jahrhunderts
  in  einem  norddeutschen  protestantischen  Lande,  in  Brandenburg.
  Auch  hier  ist  es  das  eigenste  Verdienst  seines  Herrschers  gewesen,
  durch  Benützung  günstiger  Zeitumstände,  in  starker  Anspannung
  nicht  gewöhnlicher  Herrschertalente,  dies  Ziel  zu  erreichen;
von  diesem  Wirken  und  Werden  ist  nun  zu  berichten.

V.
Der  Große  Rurfürst.

Der  Krieg  war  zu  Ende,  was  war  mittlerweile  aus  Deutschland
  geworden?  ein  rauchender  Trümmerhaufen.  Das  Recht  und
die  Sicherheit  hatten  aufgehört  hier  zu  wohnen.  Jede  Art  von  regelmäßigem
  Geschäftsbetrieb  mußte  stocken,  da  der  Kaufherr,  der  Handwerker,
  der  Bauer  die  Früchte  seines  Fleißes  rechtlos  den  nächsten
besten  Beutemachern  überlassen  sah.  Eine  Zeitlang  hatte  der  Bauer,
mit  der  Flinte  in  der  Hand,  den  Boden  bestellt;  als  er  erfahren
mußte,  wic  der  Ertrag  seines  Schweißes  in  ein  paar  Stunden  von
der  Soldateska  niedergetreten,  geraubt,  verwüstet  wurde,  da  lohnte
ihm  die  Arbeit  nicht  mehr,  lieber  griff  er  selbst  zur  Muskete,  um
mitzurauben,  dabei  lebte  sich's  besser.  Denn  nicht  nur  durch  den
unabwendbaren  Drang  des  Krieges,  für  den  Unterhalt  der  Truppen,
wurden  Lebensmittel  vernichtet  und  verwendet;  was  eine  Schar
Soldaten  selbst  nicht  brauchte  und  nicht  mitnehmen  konnte,  das
wurde  zerstört,  schlechthin  aus  Freude  am  Zerstören,  aus  Mißgunst,
  daß  es  nicht  andere  fänden.  Und  was  die  durch  Kampf  und
erbeuteten  Wein  aufgepeitschten  Sinne  an  Frauen  und  Jungfrauen
verübt,  das  läßt  sich  nicht  schildern.  Die  Bestie  im  Menschen  war
losgelassen  und  herrschte  schrankenlos;  die  Kugel  des  Feindes  konnte
morgen  treffen,  da  galt  es  noch,  das  Heute  zu  genießen.  Liegt  das
Land  verödet,  verwüstet,  sind  die  Dörfer  verlassen,  so  herrscht  auf
der  Landstraße  eine  Unsicherheit,  die  Handel  und  Wandel  unmöglich
  macht;  und  auch  die  Städte  müssen  in  Wehr  und  Waffen  stehen,
sich  durch  hohe  Geldzahlungen  vor  ärgeren  Drangsalen  sichern;

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