Heereseinrichtung  und  Verwaltung  6  101

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dentlich  war  der  Einfluß,  den  er  auf  seine  Soldaten  ausübte;  unermüdlich
  teilte  er  mit  ihnen  Gefahren  und  Mühsale  und  hob  damit
den  gemeinen  Mann  zu  sich  empor.  Als  Muster  für  alle  Staaten  konnten
  nach  äußerem  Aussehen  und  innerem  Werte  die  30  000  Mann
preußischer  Truppen  dastehen,  die  er  seinem  Nachfolger  hinterließ.

Sorglich  ist  der  Kurfürst  bemüht  gewesen,  durch  die  Heereseinrichtung,
  dann  durch  die  gemeinsame  Verwaltung  ein  Band  zuschlingen
  um  die  weit  auseinanderliegenden,  so  unähnlichen  Provinzen
seines  Landes,  die  vom  äußersten  Osten  Deutschlands  zum  äußersten
Westen  reichten  und  lange  noch  ohne  Zusammenhang  geblieben  sind.
Gerade  diese  weite  Spannung  über  deutsches  Land  ist  dann  providentiell
  geworden  für  die  Aufgabe,  die  Preußen  in  Deutschland  erfüllen
sollte.

Es  wäre  unrecht,  unter  Friedrich  Wilhelms  Mitarbeitern  den  Namen
  eines  Mannes  nicht  zu  nennen,  der  besonders  in  der  ersten
Hälfte  seiner  Regierung  tatkräftig  für  die  spätere  große  Mission  des
Landes  vorgearbeitet  hat:  Graf  Georg  Friedrich  von  Waldeck,  der
erste  wohl,  der  in  Brandenburg  energisch  den  Gedanken  einer  Fürstenunion
  unter  preußischer  Führung  vertrat,  damit  aber  weit  seiner
Zeit  vorangeeilt  ist.  Mit  der  späteren  Politik  seines  Kurfürsten,  besonders
  in  bezug  auf  Frankreich,  hat  er  sich  dann  nicht  befreunden
können.

Lange  Zeit  ist  ein  Projekt  beraten  worden,  demzufolge  der  Kurfürst
  seine  Cousine,  die  Königin  Christine,  Tochter  Gustav  Adolfs,
hätte  heiraten  sollen;  es  ist  nicht  zustande  gekommen  und  seiner  Neigung
  folgend,  ehelichte  Friedrich  Wilhelm  1646  Louise  Henriette  von
Oranien,  die  Enkelin  des  großen  Oraniers,  eine  liebenswürdige,
feine,  geistig  hochstehende  Frau,  mit  der  er  in  glücklichster  Ehe  bis
1667  lebte.  Aus  dieser  Ehe  stammten  zwei  Söhne,  Karl  Emil,  der
neunzehnjährig  starb,  und  der  spätere  Kurfürst-König  Friedrich.
Friedrich  Wilhelm  heiratete  dann  in  zweiter  Ehe,  1668,  Dorothee
von  Holstein,  eine  weitaus  derbere,  lebensfreudigere  Natur,  als  es
die  feinsinnige  Holländerin  gewesen  war:  aber  auch  mit  dieser  verband
  ihn  herzliche  Liebe.  Sie  schenkte  ihm  eine  Reihe  von  Kindern,
darunter  drei  Söhne,  und  blieb  sehr  besorgt  um  das  Schicksal  und  die
Ausstattung  derselben.  Daß  sich  diese  und  auch  die  Stiefmutter  mit
dem  Thronerben  sehr  schlecht  vertrugen,  daß  sogar  unsinnige  Gerüchte
  über  einen  Vergiftungsversuch  an  dem  Kurprinzen  ihren
Weg  am  Hofe  machen  konnten,  war  ein  trüber  Schatten,  der  auf  den
Lebensabend  Friedrich  Wilhelms  fiel;  die  Abneigung,  die  der  junge