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rakter  wirken,  so  ist  sein  Streben  und  Vollbringen  auch
nicht  wohl  von  seiner  übrigen  Lebensgeschichte  zu  trennen,
indem,  was  er  zu  Tage  fördert,  meist  seine  Individualität
  bezeichnet.

Meine  Geschichte,  die  ich  bier  ganz  unbefangen  ohne
allen  Schmuck  erzähle,  babe  ich  aus  keinem  Tagebuch
gezogen,  wic  es  Viele  üÜber  ihr  tägliches  Thun  und  Lassen
fübren,  sondern  der  ganze  Inhalt  ist  mir  als  ein  natürliches,
  oft  im  Schweiße  meines  Angesichts  erworbenes
Eigenthum  so  tief  eingeprägt,  daß  ich  denselben  nicht  so
leicht  vergessen  werde.  Ueberhaupt  war  es  nie  meine  Gewohnheit,
  etwas  schriftlich  zu  notiren,  sondern  als  plastischer
  Künfiler,  der  sich  größtentheils  mit  Formen  zu
beschäftigen  bat,  suchte  ich  mir  dasjenige,  was  ich  zu
bebalten  gedachte,  bildlich,  so  wie  es  ungefähr  die  Lehre
der  Menemonik  erbeischt,  einzuprägen.  Diese  Maxime,
die  ich  freilich  nicht  jedermann  anempfeble,  weil  sie  mitunter
  von  der  Individualität  abbängt,  veranlaßte  es
auch,  daß  ich  das  in  den  Schulen  erlernte  Schreiben
oder  das  Einkleiden  der  Ideen  in  Worte  beinabe  wieder
verlernt  habe,  weil  ich  von  meinen  Schuljabren  bis  beinabe
  zu  meinem  dreißigsten  Jahre  solches  wenig  übte,
und  böchstens  nur  zu  einem  Brjief  anwendete,  was  dann
freilich  zu  wenig  war.

Bei  Antretung  meines  Dienstes,  der  mit  vieler
Schreiberei  verbunden  ist,  sab  ich  erst  die  Nothwendigkeit
ein,  mich  als  Baumeister  auch  schriftlich  ausdrücken  zu
können,  und  es  wurde  mir  deshalb  im  Anfang  sauer,
einen  Bericht  oder  sonst  etwas  Schriftliches  von  Belang
abzufassen,  wozu  keine  Zeichnungen  gebörten;  sehr  oft