wollte  ich  darum  auch  lieber  zehn  Bogen  Papier  überzeichnet,
  als  nur  einen  überschrieben  haben.

Oft  habe  ich  mir  deswegen  auch  selbst  die  bittersten
Vorwürfe  gemacht,  daß  ich  die  Schreiberei  und,  wenn
ich  mich  mit  Andern  so  ausdrücken  darf,  den  kodten
Buchstaben,  der  öfters  in  Dienßverbältnissen  so  boch  geschätzt
  wird,  daß  selbst  das  Reelle  des  Dienstes  darüber
unbeachtet  bleibt,  neben  meinen  übrigen  Studien  so  vernachläsügte;
  ich  tröstete  mich  indessen  damit,  daß  ich  mie
wegen  meines  Fleißes  nichts  vorzuwerfen  hatte,  und  daß
ich  vielleicht  in  dem  Kunüfach  nicht  so  weit  gekommen
seun  möchte,  wenn  meine  Bildung  mehr  ein  Werk  der
Schule  gewesen  wäre.

Früb  schloß  sch  in  mir  der  Sinn  für  Formen  und
Töne  auf,  und  besonders  war  es  die  Musik,  welche  schon
auf  den  Knaben  außerordentlich  wirkte.  Als  ich  zu  lesen
ansieng,  war  es  mehr  der  Unterricht  ,  der  mich  in  einem
Buche  anzog,  als  die  Darßtellungsart,  und  dem  blos
Ergötzlichen  konnte  ich  wenig  Geschmack  abgewinnem
Erst  später,  durch  die  Bekanntschaft  mit  den  classischen
Schriftstellern  der  Alten  und  Neuern,)  gewann  ich  auch
für  die  Reize  der  poetischen  Composition  in  den  Dichtern
eine  entschiedene  Neigung.  Am  mächtigsten  sprachen  mich
aber  überall  die  Werke  der  alten  Architektur  an,  und  ich
konnte  Essen  und  Trinken  vergessen,  und  mich  an  den
Ruinen  eines  alten  Tempels,  an  einer  Statue  oder  einem
Basrelief  u.  s.  w.  unterhalten.  Daneben  schwatzte  ich
auch  von  Kunst  und  wissenschaftlichen  Dingen  so  gerne,
daß  ich  mich  oft  Nächte  bindurch  darüber  unterbalten
konnte,  ohne  Schlaf  zu  bekommen,  oder  den  Uebergang