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der  Nacht  zum  Tag  zu  bemerken.  Für  den  Umriß  meines
Cbarakters  glaube  ich  noch  binzufügen  zu  dürfen,  daß
derselbe  wobl  frei  von  allem  Bösartigen  und  Egoißischen
ist,  indem  ich  gern  und  eber  Andern  als  mir  selbst  diene.
Trotz  meiner  Bebarrlichkeit  in  meinen  Ansschten  und  Vorsätzen
  habe  ich  mich  indessen  von  jeher  gerne  in  den  Willen
  meiner  Freunde  gefügt,  und  meine  Meinung  nur  erst
alsdann  mit  Standbaftigkeit  zu  behaupten  gesucht,  wenn
es  im  Ernst  einer  wichtigen  oder  Ebrensache  galt,  und
ich  überzeugt  zu  seyn  glaubte,  daß  meine  Gegner  Unrecht
  batten.  Wenn  ich  übrigens  von  Jugend  auf  für
Kunst  und  Wiffenschaft  empfänglich  und  gelebrig  gewesen,
  allein  mich  erst  auf  Reisen  dem  Studium  der  Kunst
mit  Ernst  widmen  konnte,  so  glich  ich  einem  Blinden,
welcher  obne  Leitung  sein  Ziel  selbst  suchen  muß.  Daß
daber  ein  Anderer  mit  gleichem  Trieb  und  gleicher  Liebe
für  die  Kunst,  die  so  vieler  Studien  und  Hülfswissenschaften
  bedarf,  durch  eine  gebörige  frübzeitige  Leitung
geschwinder  zum  Siele  gelange,  ist  wohl  nicht  zu  bezweifeln;
  allein  welcher  Mensch  ist  Herr  seines  Geschick“,
das  mit  feinem  Zeitalter  und  mit  seinen  Umgebungen
meist  so  innig  zusammenbängt?

So  lange  ich  mich  in  Deutschland  befand,  gieng  es
mir  übrigens  mit  der  Kunst  wie  einem  Hungrigen,  der
in  einem  Kochbuche  liest,  denn  die  Kunst  daselbs  konnte
meine  Neigung  zu  ihr  nur  vermebren,  aber  nie  befriedigen.
  Italien,  dem  Sitz  der  Künste,  babe  ich  bingegen
vorzüglich  meine  geringen  künßlerischen  Ansprüche  zu
verdanken,  und  ich  werde  desbalb  in  dieser  meiner  Lebensgeschichte
  von  meinem  Aufenthalt  in  diesem  so  schs-