10

der  Schlechteste  seyn  wollte.  Außerdem  war  ich  in  Leibesübungen,
  als  Schwimmen,  Schlittschuhlaufen,  Voltigiren,
  auf  Stelzen  geben  und  sogar  im  Seiltanzen
vorzüglich  geschickt.  Der  Drang,  das  Zimmerhandwerk
zu  erlernen’  war,  bis  ich  aus  der  Schule  kam,  so  groß,
daß  ich  in  meiner  Unschuld  oft  Gott  auf  den  Knieen  bat,
daß  er  die  Welt  nicht  untergeben  oder  mich  sterben  lassen
möchte,  bevor  ich  mich  nicht  in  diesem  Fache  ausgezeichnet
  und  so  berühmt  gemacht  hätte,  wie  dieser  oder  jener
Meister,  der  das  Darmstädter  Exereterbaus,  die  vormalige
  Rbeinbrücke  bei  Schaffbausen,  oder  sonst  etwas  Merkwürdiges
  gebaut,  was  mir  durch  die  Erzählung  unserer
Arbeiter  bekannt  und  von  ihnen  als  erstaunungswürdig
angerühmt  worden  war.

Neben  diesen  meinen  Wünschen  börte  ich  nicht  auf,
mich  im  Zeichnen,  Modelliren  u.  s.  w.  in  den  Nebenstunden
  zu  beschäftigen,  und  wie  ich  mehr  beranwuchs,  suchte
ich  auch  größere  Modelle  zu  verfertigen,  und  selbst  in
meiner  Mutter  Zimmerbof,  welche  als  Wittwe  das  Gewerbe
  meines  Vaters  fortführte,  legte  ich  Häuschen  an,
groß  genug,  mich  mit  meinen  Kameraden  darin  aufzubalten,
  und  in  einer  darin  angebrachten  unterirdischen
verborgenen  Piece  vor  meinem  Hauslebrer  zu  verstecken,
wenn  ich  meine  Lection  nicht  gelernt  hatte.  Mit  solchen
Spielereien  beschäftigte  ich  mich  immer  in  den  Neben-Kunden
  ohne  eine  weitere  Anleitung,  und  ich  war  siolzer
darauf,  mich  in  dergleichen  Dingen  als  beim  Unterricht
der  Schule  auszuzeichnen.

Mit  meinem  vierzehnten  Jahre  wurde  ich  confirmirt
und,  wie  ich  damals  mir  sagte,  aus  dem  öffentlichen