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ich  noch  keine  solche  öffentliche  Kunstanftalt  geseben,  mit
wahrer  Ebrfurcht  gegen  die  gewählte  Laufbahn  erfüllte;
denn  ich  sah  bier  die  verschiedenen  Kunstfächer  mit  hohem
Ernst  und  der  regsten  Theilnabme  unter  Protection  des
Staates  betreiben.  Nachdem  wir  unsere  Empfehlungsbriefe,
  die  wir  von  Haus  mitgebracht,  Übergeben,  die
Stadt  flüchtig  durchgangen  und  in  Augevschein  genommen
  batten,  ließ  sich  mein  Reisegefährte  und  ich  als
Schäler  auf  der  Akademie  aufnebmen,  was  wegen  unserer
  Empfehlungen  nicht  schwer  siel.  Als  Schüler  dieser
so  einzigen  Akademie,  wozu  schon  Maria  Tberesia  den
Grund  gelegt,  und  die  sich  unter  Kaiser  Foseph  zu  einer
der  ersten  derartigen  Anstalten  erhob,  besuchten  wir  sehr
fleißig  die  architektonischen  und  mathematischen  Lebrstunden,
  die  erstern  unter  den  beiden  Professoren  Fischer,
die  letztern  unter  Professor  Böck.  Neben  diesen  meinen
Hauptbudien  nahm  ich  auch  noch  einige  Stunden  in  der
Freibandzeichnung,  sowohl  in  Figuren  als  Landschaften,
bei  den  Professoren  Maurer  und  Brand,  so  daß  ich  den
ganzen  Tag  volle  Beschäftigung  hatte,  und  mir  nur  die
Morgen=  und  #Abendstunden  zum  Lesen,  Mussciren  und
zur  Erholung  übrig  blieben.

Was  meine  persönliche  Ansicht  von  Wien  betrifft,  so
dünkt  mich  auch  jetzt  noch,  nachdem  ich  so  manche  andere
Stadt  kennen  gelernt,  daß  wenige  in  ihrer  Lage  und  in
ihren  Einrichtungen  sich  mit  der  alten  Kaiserresidenz  vergleichen
  können.  Unter  den  Gebäuden  in  Wien  war  mir
vorzüglich  die  dassge  gothische  Kathedrale  oder  Stepbanskirche
  merkwürdig  und  interessant.  Ich  hatte  zuvor  schon
das  Strasburger  und  Freiburger  Münster,  so  wie  auch