mir  der  Herr  Minister  von  Alt  in  Wien  mitgegeben,  zu
dem  Minister  Lucchefint,  der  mich  sehr  freundlich  empfieng,
  und  als  er  meine  und  meines  Freundes  Absichten
vernommen  batte,  erwiederte:  Er  sey  Präsident  der  Akademie
  und  habe  die  oberste  Leitung  aller  Kunstanstalten,
wir  möchten  ganz  auf  seine  Bereitwilligkeit  rechnen,  uns
nützlich  zu  seyn.  Er  ratbe  uns,  vor  allen  Dingen  das
Terrain  in  Augenschein  zu  nehmen,  und  besonders  die
Gemäldegallerie,  den  Antikensaal,  die  Akademie,  die
Bibliotbek  u.  s.  w.  zu  besuchen,  und  wenn  wir  nun  unsern
  Plan  gemacht  hätten,  wieder  zu  ihm  zu  kommen.
Auf  äbnliche  humane  Weise  wurde  mein  Freund  und  ich
an  allen  Orten,  wobin  wir  empfohlen  waren,  aufgenommen,
  und  besonders  bei  den  dortigen  Künßlern  Weinlich,
  Graf  u.  s.  w.,  die  uns  wie  alte  Bekannte  empfiengen.


Bevor  ich  von  meinem  Aufentbalt  in]  Dresden  weiter
erzüble,  muß  ich  eines  ganz  eigenen  Mannes  gedenken,
auf  den  ich  in  der  Folge  wieder  zurückkommen  werde,
und  der  mir  sfpäter  große  Dienste  geleistet,  auch  zum
Theil  auf  &amp;cen  Gang  und  die  Richtung  meines  Lebens
eingewirkt  bat.  Bald  nach  unsrer  Ankunft  in  Dresden
saß  ich  eines  Abends  mit  meinen  drei  Reisegefäbrten  ganz
vertraut  bei  einer  Pfeife  Tabak  und  einem  Glas  Bier
auf  einem  Zimmer  unseres  Gasthofs,  als  der  Kellner
einen  Fremden  hereinfübrte,  der  unsere  ganze  Aufmerksamkeit
  erregte.  Er  war  von  mittlerem  Alter,  trug  einen
langen,  vom  Halse  bis  an  die  Schube  zugeknöpften,
gragen  Rock  mit  großen  Aufschlägen,  in  der  einen  Hand
einen  Stock,  so  groß  als  er  selbst,  in  der  andern  einen