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so  geschab  dieses  doch  nur  einseitig,  und  ohne  mir  über
die  erhaltenen  Eindrücke  Rechenschaft  geben  zu  können.

Es  ist  unendlich  lebrreich  für  den  jungen  Künstler,
bedeutende  Kunstwerke  an  der  Seite  eines  kundigen,  gebildeten
  Führers  zu  sehen,  der  ihn  vom  Allgemeinen  auf
das  Besondere  und  Einzelne  leitet,  wodurch  erst  ein  bestimmtes
  Urthetl  entsteht.  Der  mehrmals  wiederbolte
Besuch  der  Dresdner  Gallerie  mußte  eben  darum  mir  und
meinem  Freunde  von  großem  Vortheile  seyn,  da  unsere
Begleiter  Bürnad  und  Inspector  Riedel  uns  tbeilnebmend
  zu  orientiren  suchten.  Mit  gleicher  Aufmerksamkeit
und  nicht  minderem  Interesse,  wie  wir  die  Bildergallerie
nach  den  verschiedenen  Schulen  durchgegangen  und  unsere
  Betrachtungen  gemeinschaftlich  darüber  gemacht  batten,
  besahen  wir  nun  auch  die  Antikensammlungen,  so
wie  auch  die  übrigen  Merkwürdigkeiten,  als  die  Bibliotbek,
  Porcelainsammlung,  das  grüne  Gewölbe  u.  f.  w.,
bis  uns  endlich  unsere  Reisegesellschafter,  Herr  Bürnad
und  Herr  Doctor  Deutsch,  unserem  Schicksal  in  Dresden
überließen  und  nach  Berlin  verreisten.

Als  wir  uns  um  acht  Tage  länger  herumgetrieben,
und  während  dieser  Zeit  auch  die  Akademie  und  besonders
den  dortigen  architektonischen  Unterricht  eingesehen  hatten,
  welcher  vorzüglich  in  den  Anfangsgründen  des  Zeichneus,
  der  Perspective  u.  f.  w.  bestand,  so  mußten  wir
leicht  zu  der  Ueberzeugung  gelangen,  daß  hier  wenig  für
uns  zu  gewinnen  sey.  Wir  hatten  bereits  mehr  als  die
ersten  Elemente  der  Baukunst  inne,  und  da  auch,  außer
der  neuen  Kreuz-oder  heiligen  Geistkirche,  seit  mebreren
Jahren  in  Dresden  nicht  viel  gebaut  wurde,  und  uns