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und  bat  ihn,  mir  als  seinem  Landsmanne  dreißig  Friedrichsd'or
  zu  unserer  Reise  vorzuschießen,  wogegen  er
dann  meinen  Brief  mit  dem  Wechsel  von  der  Post  in
Empfang  nebmen,  und  mir  den  Rest  nach  Berlin  nachschicken
  sollte.  Ohne  sich  lange  zu  besinnen,  bolte  Graf
sogleich  aus  einem  Nebenzimmer  das  Geld;  allein  als  ich
es  eingesteckt  hatte,  fieng  er  erst  an:  Nun,  mein  Herr,
ich  habe  Ihnen  das  Geld  auf  Ihr  ehrliches  Gesicht  gegeben,
  denn  ich  habe  eigentlich  nicht  die  Ebre,  Sie  anders
als  von  den  paar  Besuchen,  womit  Sie  mich  beehrten,
zu  kennen.  Wie  wollen  Sie  sich  nun  legitimiren,  daß
Gie  derienige  sind,  für  den  Sie  sich  bei  mir  ausgegeben?
Och  erwiederte  ihm,  ich  sey  aus  Bern,  aus  des  berühmten
  Hallers  Familie,  der  dasige  Magistrat  lasse  mich  reisen;
  und  dabei  nannte  ich  meinen  Vormund.  Das  mag
wohl  seyn,  entgegnete  er  mir;  dergleichen  kann  mir  aber
ein  jeder  sagen,  er  braucht  nicht  einmal  aus  Bern  gebürtig
  zu  seyn,  das  ist  noch  kein  Beweis.  Da  ich  nun
bierauf  nichts  zu  erwiedern  wußte,  lief  ich  blitzschnell
zur  Thüre  binaus,  um  hier  meine  Briefschaften  und  andere
  Papiere  als  Beweis  zu  holen;  ich  will  nun  geschwind
  wieder  zu  ihm  binlaufen,  denn  sonst  könnte  der
gute,  redliche  Mann  glauben,  er  habe  es  mit  einem
Abentbeurer  zu  thun.

Diese  edle  Handlung  des  trefflichen  Graf  setzte  uns
in  die  gewünschte  Lage.  Das  erste,  was  ich  nun  am
ndchsten  Tage  zur  Beschleunigung  unserer  Reise  nach
Berlin  unternahm,  war  ein  Gang  zu  dem  Minißer
Luccheffnt,  um  mich  zu  verabschieden,  und  ihn  um  einige
Empfeblungsschreiben  nach  Berlin  zu  bitten.  Mein  Freund