42

voller  Arbeit  begriffen,  denn  er  hatte  bereits  einen  Kutscher
  ausfindig  gemacht,  welcher  schon  zwei  andere  Passaglere
  nach  Berlin  bringen,  und  uns  den  andern  Morgen
  um  fünf  Uhr  im  Gasthof  abholen  wollte.  Nun  galt
es,  in  Eile  noch  von  den  Personen  Abschied  zu  nehmen,
die  sich  uns  so  wohlwollend  erwiesen  hatten.  Abends  gieng
ich  zu  Herrn  Weinlich,  weil  dieser  Ehrenmann  wegen
seiner  Geschäfte  nur  in  den  Abendstunden  anzutreffen
war,  um  mich  bei  ihm  nicht  allein  zu  verabschieden,  sondern
  ihn  auch  um  eintge  Recommandationsschreiben  nach
Berlin  zu  bitten.  Das  Unglück  wollte,  daß  Herr  Weinlich
  gerade  auf  dem  Lande  war,  da  er  jedoch  den  Abend
noch  zurück  erwartet  wurde,  lud  mich  seine  liebenswürdige
  Tochter  ein,  seine  Heimkunft  abzuwarten,  die  mit.
jedem  Augenblick  erfolgen  könne.

Dieses  Mädchen  besaß  Geist  und  Bildung,  und  als
Tochter  eines  berübmiten  Architekten  sprach  sie  gern  und
mit  Einsicht  über  Baukunst.  Die  Unterredung  führte
uns  auf  die  Briefe  ihres  Vaters  über  Rom  und  auf  die
Kunst  in  Stallen.  So  gieng  wohl  eine  Stunde  vorüber,
und  ich  bielt  es  nun  für  schicklich,  mich  zu  entfernen.
Beim  Abschied  gab  Demeoiselle  Weinlich  mir  die  Versicherung,
  ich  sollte  darauf  rechnen,  die  von  ihrem  Vater
gewünschten  Empfehlungsbriefe  in  der  Frühe  des  nächsten
Morgens  noch  vor  unserer  Abreise  zu  erbalten.

Als  uns  der  Kellner  gegen  fünf  Uhr  des  andern  Morgens
  weckte,  und  Licht  ins  Zimmer  brachte,  übergab  er
mir  zugleich  ein  Schreiben  von  Herrn  Weinlich  worin
er  es  bedauerte,  daß  er  mich  gestern  Abend  bei  seiner
Räckkehr  nicht  mehr  angetroffen;  er  wünsche  mir  eine