rie  und  Geschichte  an,  da  ich  hingegen  von  unten,  nämlich
  von  der  praktischen  Ausübung,  meine  architektonische
Laufbahn  begann.  Auf  dem  halben  Weg  fügte  es  sich
nun,  daß  ein  Ungefähr  mich  mit  diesem  Manne  bekannt
machte,  von  welchem  ich  zuerst  den  wahren  Unterschied
zwischen  der  eigentlichen  Kunst  und  ihren  verschiedenen
Hülfsmitteln  kennen  lernte.  Außer  dem,  daß  ich  den
Winter  bindurch,  so  viel  wie  möglich,  studirte,  und  daneben
  auch  die  geichnung  zu  einer  Kirche  mit  der  Anlage
eines  Marktplatzes  für  meine  Vaterstadt  entwarf,  die  ich
nachber  nach  Hause  sandte,  suchte  ich  mich  zu  meiner
Reise  nach  Italten  anzuschicken,  wozu  Ginelly  mich  täglich
  ermunterte,  indem  er  glaubte,  daß  ich  mir  das  Technische
  und  Wissenschaftliche  bis  zu  dem  Grade  angeeignet
bätte,  um  in  jenem  Heimathlande  der  Künste  meine  Bildung
  vollenden  zu  können.

Wäbrend  meines  Aufentbalts  in  Berlin  besuchte  ich
auch  die  dort  und  in  der  Nachbarschaft  gelegenen  Schlösser
  und  andere  königliche  Gebäͤude,  Gärten  u.  s.  w.  in
Cbarlottenburg  und  Potsdam,  so  wie  auch  alle  Anstalten,
  welche  mir  nätzlich  seon  konnten,  wozu  ich  durch
meine  Bekanntschaften  die  beste  Gelegenbeit  fand.  Besonders
  gefällig  bewies  sich  mir  der  Geheime  Rath  Langbans,
  welcher  die  Güte  hatte,  mich  oft  mit  zu  den  unter
seiner  Leitung  aufgeführten  Gebduden  zu  nehmen.

Unter  den  Berliner  Gebäduden  gesielen  mir  vorzüglich
einige  Theile  des  Residenzschlosses,  das  Zeugbaus  und
Opernhaus,  im  Allgemeinen  aber  die  so  schöne  und  regelmäßig
  angelegte  Stadt  selbst,  für  deren  Verschönerung
seit  Friedrich  dem  Zweiten  so  viel  getban  worden.