Bevor  ich  aber  meine  Bemerkungen  über  die  interessanke
  Königsstadt  schließe,  muß  ich  noch  einmal  auf  meinen
  väterlichen  Freund  Darbs  zurückkommen.  Ich  besuchte
  ihn  öfters,  und  jedesmal  gab  er  mir  guten  Rath
und  nätzliche  Lebren.  So  sagte  er  einft  zu  mir:  Lieber
Freund,  ich  habe  in  der  Welt  und  besonders  an  großen
Höfen  Manches  erfahren,  und  mein  ganzes  Streben  war
von  jeher  dahin  gerichter,  mich  als  bonneter  Mann  auszuzeichnen,
  und  die  Achtung  der  Welt  zu  verdienen.  Die
Form  meiner  Bildung,  die  ich  mir  freilich  an  einem
großen  Hofe  gab,  wo  man  mehr  auf  die  Schale  als  den
Kern  sab,  führte  mich  zu  dem  Bemüben,  jedermann  gefällig
  zu  seon;  allein  dieses  setzte  mich  in  der  Erlangung
gründlicher  Kenntnisse  so  weit  zurück,  daß  ich  die  Wissenschaften
  und  Künste  nur  oberslächlich  kennen  lernte.
Bei  Menschen  von  böherer  Bildung  konnte  ich  daber  nur
wenig  mitsprechen.  Seitdem  ich  aber  das  Hofleben  aufgab
  und  mich  in  Privatzirkekn  herumtreibe,  babe  ich
meine  eigenen  Lebensmaximen  angenommeu.  Ich  suche
nämlich  jedem  Menschen  wahrbaft  zu  dienen;  ist's  ein
rechtschaffener  und  würdiger  Mann,  so  habe  ich  von  demselben
  wieder  die  gleiche  Freundschaft  zu  erwarten;  und
erzeige  ich  einem  Unwürdigen  etwas  Angenehmes,  so
schadet  dieses  der  guten  Sache  nichts,  sondern  ich  habe
immer  die  Pflichten  gegen  meinen  Nächsten  erfüllt.
Manches  fällt  an  mir  auf,  bängt  aber  mit  meinen  kebensmaximen
  genau  zusammen.  So,  jum  Beispiel,
zeichne  ich  mich  durch  meine  Kleidertracht  aus  und  selbst
durch  meine  Wohnung,  wo  ich  die  Rouleaus  oder  Stars,
welche  gegen  die  Sonne  schützen,  nicht  oben,  sondern