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wie  oft  alles  vom  ersten  Moment  abbängt.  Wie  gewöhnlich,
  gehe  ich  auch  beute  um  eilf  Uhr  zu  dem  Grafen,
um  ein  Stündchen  mit  ihm  zu  verplandern.  Sebe  ich
nun,  daß  die  seinem  Zimmer  gegenüber  stebende  Kirchtburmuhr
  drei  Viertel  auf  zwölf  anzeigt,  so  wende  ich
das  Gespräch  auf  die  Wittwe  und  ihre  Lage,  und  gebe
zu  erkennen,  daß  ich  bedaure,  nicht  so  reich  zu  seyn,  um
eine  unglückliche  Familie  vom  Untergang  zu  retten.  Der
Graf  kannte  den  Verstorbenen,  die  Lage  seiner  Hinterlassenen
  wird  sein  Herz  rühren  und  zur  Hülfe  geneigt
machen.  Nun  schlägt  es  zwölf,  die  Frau  tritt  herein,
ich  stelle  sie  ihm  vor:  Herr  Graf,  dies  ist  die  Unglückliche,
  von  welcher  wir  eben  gesprochen.  Geben  Sie  ihr
Trost  und  Rettung,  der  Himmel  wird  Sie  dafür  segnen.
So  wie  ich  den  Grafen  kenne,  giebt  er  die  dreibundert
Tbaler,  und  freut  sich  seines  wohlthätigen  Werks.  Auch
bei  bessern  Menschen  entscheidet  oft  die  Stimmung  und
der  Eindruck  des  Augenblicks.

Daß  die  Wittwe  das  Geld  wirklich  erbalten,  weiß
ich  nicht  nur  von  Darbs,  sondern  auch  von  der  Frau
selbst,  die  sich  nach  mir  erkundigen  ließ,  in  der  Meinung,
  ich  hätte  bei  Darbs  ein  gutes  Wort  für  sie  gesprochen.
  Dankbar  schickte  sie  ihren  altesten  Sobn  zu
mir,  um  mir  für  die  vermeinte  Mitwirkung  zu  seinem
Gläcke  zu  danken,  und  sich  vor  seiner  Abreise  nach  der
Universität  Halle  noch  bei  mir  zu  empfeblen.

Die  beiden  ersten  Monate  meines  Aufenthalts  in
Berlin  kam  ich  mit  meinem  Freund  Haller  in  nicht  geringe
  Geldverlegenheit.  Mein  Freund  erhielt  seinen
Wechsel  auf  Dresden,  dort  wollte  man  denselben  ohne