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von  der  Thonfarbe  an  durch  das  Feuer  in  so  manchfaltige
  Farben  umwandeln,  zu  ergründen.  Nachdem  ich  die
bis  dabin  gemachten  Hypotbesen  von  Euler,  Lambert  2c.
und  besonders  das  Experiment  Lamberts,  wornach  Weiß
sich  ihm  als  eine  Mischung  von  allen  Farben  darfkellte,
anwenden  wollte,  fand  ich  jene  Hovothesen  unrichtig,  das
Experiment  aber,  daß  scch  verschiedene  Farben  auf  einer
Scheibe  neben  einander  gesetzt,  beim  Herumdreben  in  einer
weißen  Geßalt  zeigen,  ganz  auf  meine  nachherige  Ansicht,
daß  Farben  als  gleichgeformte  Atome  der  Körper  anzuseben
  seyen,  anwendbar,  und  glaubte  hieraus  erklären  zu
können,  wie  die  Verwandlung  der  Farben  bei  den  gebrannten
  Steinen  nur  durch  die  Verwandlung  der  Atome  durch
das  Feuer  geschebe.

Da  ich  bisher  mit  meinem  Freund  Haller  Freud'  und
Leid  in  brüderlicher  Eintracht  getheilt  hatte,  und  mich
derselbe  in  Berlin  verließ,  so  will  ich  noch  von  diesem
mir  unvergeßlichen  Jugendfreunde  Einiges  sagen.  Er  wurde
vor  einigen  Jahren  ein  Opfer  seines  Diensteifers,  indem
er  die  bei  Bern  angelegten  Militär-Spitäler  besuchte,
und  dabei  das  Nervensteber  bekam.  Haller  hatte  ein  weit
empfehlenderes  Aeußere  als  ich,  seine  Beredsamkeit  und
besonders  seine  Schlag  auf  Schlag  treffenden  witzigen  Einfälle
  machten  ihn  bei  jeder  Gesellschaft  im  ersten  Augenblicke
  beliebt,  und  besonders  bei  den  Frauen.

Bis  Berlin  verschaffte  uns  jedoch  die  Verschiedenhei#t
unfres  Charakters  eine  gleich  günstige  Aufnahme,  denn
wenn  Haller  durch  seine  Naivetät  im  ersten  Augenblicke
Zuneigung  gewann,  so  wußte  ich  sie  mir  durch  meine
Wißbegierde  und  das  Vertrauen,  womit  ich  mich  an  gebildete
  Menschen  anschloß,  zu  erwerben.