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mit  den  Farben  keine  Sprache  geben,  so  hbätte  dasselbe
wenigstens  für  mich  keinen  Werth.  Madame  St.,  welche
sich  noch  sehr  viel  auf  ihre  Reize  zu  gut  tbat  und  die
Aeußerung  Hallers  für  einen  Spott  ansab,  wurde  gleich
ibrem  reizenden  Negligs-Anzug,  schneeweiß,  und  sprach
kein  Wort  mehr,  so  daß  unser  Begleiter  nun  merkte,  daß
es  besser  getban  waͤre,  wenn  wir  uns  wieder  empföhlen.
Madame  St.  ließ  von  nun  an  gegen  Haller  überall,  wo
wir  mit  ihr  zusammen  trafen,  eine  auffallende  Abneigung
blicken,  und  ihre  Rache  ging  so  weit,  daß  mein  Freund
seinen  Aufenthalt  in  Berlin  sebr  widerwärtig  fand,  und
seine  Abreise  beschloß.  Für  mich  war  der  Winter,  den
ich  in  Berlin  zugebracht,  einer  der  angenehmsten  gewesen.
Haller  verließ  mich  Anfangs  April,  um  nach  Koppenhagen
zu  gehen,  und  daselbst  seinen  Vetter,  den  Dichter  Baggesen,
  welcher  eine  Cousine  von  ihm  zur  Frau  hatte,  zu
besuchen,  und  in  den  ersten  Tagen  des  Mai  trat  ich  mit
meinem  Freunde,  dem  versforbenen  Professor  und  Historienmaler
  Carstens  aus  Berlin,  und  dem  Hofmaler  Cabot
aus  Koppenhagen,  welcher  schon  zuvor  mehrere  Jabre  in
Rom  Fudirt  hatte,  und  daher  mit  der  Sprache  und  den
Sitten  Italiens  sebr  gut  bekannt  war,  meine  Reise  nach
Rom  an.  Von  Berlin  aus  nahm  Profesor  Carstens  den
Weg  über  Dresden,  um  daselbst  die  Bildergallerie,  welche
er  noch  nicht  geseben  hatte,  kennen  zu  lernen;  Cabot  und
ich  reisten  über  Potsdam,  Wittenberg  und  Leipzig  bis
Zwickau,  wo  wir  mit  Carftens  wieder  zusammen  trafen.
Waäbhrend  dieser  die  Gallerie  in  Dresden  besab,  bielten  wir
uns  in  Leipzig  auf,  um  daselbst  die  interessante  Winkler'-sche
  Gemäldesammlung  mit  den  übrigen  dortigen  Kunst-