werken,  welche  zerstreut  bei  Privatpersonen  sich  finden,
kennen  zu  lernen.  Der  berühmte  Oeser  beschäftigte  sich
gerade  damals  mit  Ausmalung  der  Hauptkirche,  und  die
Bekanntschaft  dieses  so  interessanten  Mannes,  so  wie  auch
noch  anderer  Künstler  und  Kunstfreunde,  an  denen  Leipzig
von  jeber  reich  war,  mußte  für  uns  sehr  schätzbar  seyn.
Von  Zwickau  aus  setzten  wir  unsere  künstlerische  Wanderung
  über  Hof  nach  Rürnberg  fort,  wo  uns  die  zahlreichen
  altdeutschen  Kunstwerke  acht  Tage  lang  in  Anspruch
nahmen.  Der  einsichtige  und  thätige  Kunsthändler  Frauenbolz
  erwies  uns  alle  Freundschaft;  er  achtete  Carstens
als  einen  der  ersten  Komposfiteur  unserer  Zeit,  Cabot  als
Bilderkenner,  und  gewann  mich  lieb  als  einen  rührigen,
wißbegierigen  jungen  Mann,  der  noch  gern  etwas  lernen
  wollte.  Durch  ihn  erbielten  wir  Gelegenheit,  alle  in
Nürnberg  noch  vorhandenen  altdeutschen  Kunstwerke  von
Albrecht  Dürer  und  andern,  die  sich  größtentheils  aus  dem
15.  bis  16.  Jahrhundert  datiren,  sowohl  in  den  öffentlichen
als  auch  in  den  Privat-Gebäuden  zu  sehen  und  zu  bewundern.
  Besonders  gessel  mir  die  dasige  St.  Sebaldus-Kirche,
  die  fowobl  in  Hinücht  des  altdeutschen  Kirchenstyls,
  als  auch  wegen  der  Gemälde  und  der  Seulptur  aus
jener  Zeit,  ein  merkwürdiges  Kunstdenkmal  ist.

In  Räcksicht  auf  Kunst  bleibt  Nürnberg  noch  immer
eine  der  ersten  interessantesten  Städte  Deutschlands,  und
man  sieht  gegenwärtig  noch  die  Merkmale,  daß  sie  vor
einigen  Jahrhunderten  die  größten  Künstler  aufzuweisen
hatte.  Von  Nürnberg  nahmen  wir  unsern  Weg  über  Augsburg,
  wo  wir  uns  ebenfalls  einige  Tage  wegen  der  dortigen
  Kunstwerke  aufhielten,  und  von  da  weiter  über