Lindau,  Schafbausen  und  Zürich.  Von  Zürich  aus  machten
  meine  beiden  Reisegesäbrten  eine  Reise  nach  Basel,
um  daselbst  die  Gemälde  des  berähmten  Holbein  zu  betrachten.
  Da  ich  dieselben  schon  kannte,  suchte  ich  mich
während  der  Zeit  in  Zürich  mit  meinen  alten  Bekannten
und  Freunden,  die  ich  seit  drei  Jahren  nicht  wieder  geseben,
  zu  unterbalten.  Unsere  Koffer  batten  wir  schon
von  Lindau  nach  Mailand  spediren  lassen,  und  außer
einem  Zeichenbuch,  einer  Reise=  oder  Poßkarte  und  dem
Volkmann,  welcher  uns  als  Wegweiser  für  die  Kunstsachen
in  Italien  dienen  sollte,  nur  wenige  Kletdungsstücke  und
etwas  Wäsche  mit  uns  genommen,  was  wir  durch  einen
Fübrer  leicht  tragen  lassen  konnten,  darum  setzten  wir
von  da  an  unsere  Reise  über  Zug,  Luzern,  Altdorf  und
den  St.  Gotthardt  lzu  Fuß  fort.  Nachdem  wir  auf  dem  St.
Gottbardt  in  dem  letzten  deutschen  Dorf  übernachret,  und
des  Morgens  darauf,  als  den  letzten  Mai,  unser  Mittagessen
  oben  auf  der  Höbe  des  Bergs  bei  den  Kapucinern
eingenommen  hatten,  und  endlich  an  die  Stelle  kamen,
wo  sich  die  Straße  wieder  abwärts  gegen  die  Lombardte
binzieht,  von  wo  aus  man  schon  in  das  schöne  Italien
bineinsehen  kann,  lagerten  wir  uns  rechts  an  der  Seite
des  Wegs  auf  einem  ctwas  hervorragenden  Felsen,  um
da  unsere  Betrachtungen  an  der  Grenze  des  heimatblichen
Bodens  anzustellen.

Im  Dankgefühl,  daß  mich  die  Vorsehung  bisber  auf
freundlichen  Wegen  zum  Siele  meiner  Bestrebungen  gefübrt,
  erhob  sich  mein  Herz,  und  während  ich  mir  einen
Punkt  an  dem  schönen  Himmel  zu  firiren  suchte,  unter
welchem  ich  in  der  Zukunft  wohnen  sollte,  bat  ich  Gott