64

im  Stillen,  daß  er  mich  auch  dort  noch  beschützen  und
meinen  Bemühungen  gedeiblichen  Erfolg  geben  möchte.
Da  wir  hier  eine  ziemliche  Zeit  verweilten,  so  wurdel
es  schon  Abend,  als  wir  in  dem  ersten  italienischen  Oertchen
  Artolo  ankamen,  wir  waren  daber  genötbiget,  daselbst
zu  Übernachten.  Die  zwei  folgenden  Tage  fielen  Schnee
und  Regen  durcheinander,  und  wir  glaubten  daß  sich  dieses
  schlechte  Wetter  durch  das  ganze  Ariolertbal  verbreite,
darum  blieben  wir  an  diesem  Ort,  fanden  aber,  als  wir
den  dritten  Tag  nach  Bellinzona  kamen,  daß  es  da  wohl
etwas  weniges  geregnet  aber  nicht  geschneiet  hatte,  und
das  Unwetter  blos  oben  an  den  Gebürgen  ausgebrochen
war.  Wöäbrend  wir  eben  in  Bellinzona  zu  Mittag  aßen,
kam  unser  Fübrer,  den  wir  von  Altdorf  mitgenommen,
bei  uns  nachzusuchen,  daß  wir  ihninunmehr  wieder  zurück
nach  Hause  gehen  lassen  möchten,  indem  er  den  Hausknecht
aus  dem  Wirtbsbaus  von  Magadino  am  Lago  Maggiore,
der  so  eben  hier  wäre,  ausfindig  gemacht,  welcher  uns  weiter
  begleiten,  und  unser  Gepäck  auf  seinem  Pferd  mitnehmen
  wolle,  auch  jeden  Moment  bereit  sey,  mit  uns
abzureisen.  Nachdem  wir  nun  unsern  vorigen  Begleiter
ausbezablt,  und  mit  dem  neuen  übereingekommen  waren,
unser  Gepäck  mitzunehmen,  verließen  wir  Bellinzona.
Etwa  eine  halbe  Stunde  vor  diesem  sebr  romantisch  gelegenen
  Orte,  sagte  uns  unser  neuer  Begleiter:  Meine
Herren,  es  ist  beute  Sonntag  und  in  meines  Herrn  Hause
giebt  es  sebr  viel  zu  tbun,  wenn  Sie  nichts  dagegen  haben,
  so  will  ich  einstweilen  voraus  reiten,  und  Sie  folgen
mir  nach  Bequemlichkeit;  Sie  können  den  Weg  gar  nicht
verfehlen,  ich  will  Ibnen  inzwischen  ein  gutes  Nachtessen