78

Das  von  unserem  Schiffer  vorbergesagte  Sturmwetter
  gieng  inzwischen  vorüber;  er  selbst  hatte  die  Seit  trefflich
  benützt,  eine  Menge  Contrebande  auf  sein  Schiff  zu
schmuggeln,  was  ihm  sehr  leicht  wurde,  da  sein  Schif
bereits  visitirt  und  er  nur,  dem  Sturm  zu  entgehen,  in
den  Hafen  zurückgekehrt  war.  Nach  sechs  Tagen  liefen
wir  zum  zweitenmal  aus,  wozu  uns  das  Wetter  dußerst
begünßtigte.

Als  wir  Abends  gegen  fünf  Ubr  außer  der  Rebde,  und
auf  die  bohe  See  kamen,  waren  die  Ufer  vor  Genna
dußerst  schön  beleuchtet,  und  es  trat  eine  so  große  Wind-Ktille
  ein,  daß  das  Meer  ganz  einer  unbeweglichen  Fläche
glich,  auf  der  sich  die  von  der  untergehenden  Sonne  fallende
  Strablen  gleich  einer  Spiegelscheibe  reflektirten;  nur
bie  und  wieder  sahen  wir  diese  unbewegliche  Fläche  mit
Schiffen  wie  mit  Punkten  bezeichnet,  und  zu  Zeiten  durchbrachen
  Delphine  diese  Spiegelfläche  in  der  Nähe  binter
unserem  Schif,  indem  sie  uns  nachhüpften.  Mir  gab
dieser  Anblick  eine  hbimmlische  Empfindung,  und  ich  beneidete
  die  Matrosen,  welche  so  glücklich  sind,  so  oft  dergleichen
  schönen  Naturscenen,  wo  Himmel,  Luft  und  Erde
so  beiter  und  versöhnend  erscheinen,  zu  sehen.

Unser  Schif'skapitän  bingegen  prophezeibte  uns  durch
diese  Stille  des  Meers  nichts  gutes  Indem  er  versicherte,
wir  hätten  in  24  Stunden  das  fürchterlichste  Unwetter  zu
erwarten,  was  denn  auch  wirklich  der  Fall  war,  denn
die  Nacht  und  den  Tag  darauf  war  es  noch  immer  so  windstill,
  daß  wir  kaum  bemerkten,  daß  sich  unser  Schiff  von
der  Stelle  bewegte,  und  die  zweite  Nacht  darauf  stellte
sch  schon  ein  starker  Wind  ein,  welcher  bald  in  einen  so