freundliche  Spiel  meiner  Phantasie.  Unser  Vetturin,  den
wir  von  Florenz  bis  Rom  gemietbet,  trug  nicht  wenig
dazu  bei.  Er  war  der  Sohn  eines  Vetturins  in  Rom
und  früber  unter  der  väpstlichen  Garde  gestanden;  um
die  Welt  zu  seben,  machte  er  für  seinen  Vater  eine  Reise
mit  Fremden  nach  Livorno  und  Florenz  und  von  da  wieder
  mit  uns  zurück  nach  Rom.  Ob  man  gleich  beim  Reisen
  in  Italien,  gewöbnlich  unterwegs  auf  Rechnung  des
Vetturins  lebt,  indem  man  mit  demselben  eine  Uebereinkunft
  für  Kost,  Logis  und  Trinkgeld  trifft,  so  kam  es
doch  dem  unsrigen,  welcher  sich  auf  seiner  Reise  etwas
zu  gut  thun  wollte,  nicht  so  genau  darauf  an,  ob  wir
uns  an  einem  Orte  einen  oder  zwei  Tage  länger  aufbielten,
  als  er  nach  unserm  Vertrag  zu  tbun  schuldig  war,
und  wir  mußten  ihn  sogar  immer  zur  schnellen  Reise  antreiben,
  indem  er  oft  schon  Mittags  seine  Station  beendigen
  wollte.  Darum  traf  es  sich  denn  auch  oft,  daß
wir  erst  spät  in  der  Nacht  in  einem  Gastbofe  anlangten,
und  auch  nicht  immer  in  gewöbnlichen  Wirtbsbäusern
Mittag  machen  konnten.  So  waren  wir  unter  andern
genöthigt,  am  Fuße  eines  Berges,  in  einem  einzelnen
sebr  schlechten  Posthaus  zu  Mittag  zu  speisen.  Obgleich
das  Essen  sehr  schlecht  war,  und  der  Vetturin  dasselbe
sammt  dem  Trinkgeld,  das  in  Italien  gewöbnlich  einem
jeden  Kellner  gegeben  wird,  bezahlte,  so  verlangte  der
Hausknecht,  welcher  ganz  allein  mit  seiner  alten  Gebieterin
  zu  Hause  war,  bei  unserem  Einsteigen  in  unser  Cabriolet
  noch  zudringlich  eine  bone  mage  (Trinkgeld),  als
wir  ibm  dieses  verweigerten,  weil  das  Essen  schlecht  gewesen
  wäre,  schimpfte  und  sluchte  der  Bursche  uns  alles