fung  des  Plans  zu  einer  Stadt  mit  allen  dazu  geboͤrigen
oͤffentlichen  Gebaͤuden.  Neben  diesen  und  den  Studien
der  Antiken,  die  ich  nach  allen  ibren  Theilen  durchgieng,
um  an  ihnen  die  Gesetze  der  Formen,  Verzierungen  2c.
mir  klar  zu  machen,  weil  ich  glaubte,  daß  dieselben  von
den  neuern  Baumeistern  sebr  verkannt  und  nie  gebörig  angewandt
  worden,  nahm  ich  mir  auch  vor,  alle  die  in  den
alten  klassischen  Schriftstellern  beschriebenen  Gebaͤude,  als:
das  Bad  des  Hippias,  die  Landhäuser  des  Plinius,  das
Tbeater  des  Kurtius,  das  Vogelbaus  von  Varus,  die
Grabmähler  des  Königs  Mausolus  und  Porsenna,  so  wie
auch  den  Tempel  Salomo's  und  den  Tempel  der  Diang  zu
Epbesus  2c.  in  Rissen  zu  entwerfen,  um  dadurch  in  das
Eigentbümliche  der  alten  Baukunst  tiefer  einzudringen.  Bei
diesen  meinen  Tagsstudien,  wozu  ich  die  Kunstwerke,  Künftler
  und  Gelehrte  in  Rom  so  viel  wie  möglich  benutzte,  und
mir  auch  mit  diesen  Arbeiten  manchen  Credit  und  Beifall
erwarb,  wandte  ich  die  Nächte  an  zum  Studiren  der  alten
griechischen  und  römischen  Geschichte,  so  wie  der  übrigen
alten  Classsker,  deren  Werke  ich  in  guten  Uebersetzungen
(die  ich  mir  zum  Tbeil  schon  in  Berlin  in  Gemeinschaft
mit  Professor  Carstens  gekauft)  aufmerksam  las.  Im  Griechischen
  und  Lateinischen  war  ich  versäumt  worden,  da  man
es  für  meine  Bestimmung  entbebrlich  gebalten.  Ueberbaupt
  war  ich  auf  den  Werth  und  die  Hülfsmittel  höherer
  Bildung  erst  in  Berlin  aufmerksam  geworden,  und
lernte  nun  erst  allmäblig  einsehen,  daß  das  Steigen  und
Fallen  der  Künste  unmittelbar  mit  dem  Geist  der  Zeit
und  mit  dem  Fallen  und  Steigen  der  Völker  im  Zusammenhang
  siteht.