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Das  Theater  batte  mich  von  jeber  angezogen,  mehr
aber  die  Oper  als  das  recitirende  Schauspiel.  In  Rom
besuchte  ich  die  Vorstellungen  fleißig,  und  vergaß  dann
gewöhnlich  über  der  berrlichen  Musik  alles  um  mich  ber,
was  einft  zu  einer  drolligen  Szene  Gelegenbeit  gab.  Ich
batte  mir  gerade  einen  neuen  runden  Hut  gekauft,  als
einer  meiner  Schüler,  Rippert,  welcher  nachber  französischer
  General  wurde,  und  im  Jahr  1806  unter  General
Rey  als  französischer  Obrist  die  Avantgarde  bei  dem  Feldzug
  nach  Oestreich  kommandirte,  mit  einigen  polnischen
Edelleuten,  welche  sich  in  Rom  aufbielten,  auf  mein
Zimmer  kam,  um  mich  ins  Theater  abzuholen.  Im  ersten
Zwischenakt  unterbielten  wir  uns  mit  zwei  sehr  schönen
Damen,  die  auf  der  Vorderbank  saßen,  welche  einen
ziemlich  betagten  päpstlichen  Offizier  bei  sich  batten,  und
wovon  die  eine  seine  junge  Frau  und  die  andere  ibre
Schwester  zu  seon  schien.  Im  zweiten  8Bwischenakt  sprachen
  wir  untereinander  über  die  Vortrefflichkeit  der  Musik
  von  Cimarosa.  Während  dem  siel  meinem  Freunde
Rippert  sein  Hut,  den  man  sonst  in  Rom  gewöhnlich  in
den  Zwischenakten  aufsetzt,  aus  den  Hánden,  und  zwischen
  ibn  und  mir  auf  den  Boden;  als  er  ihn  nun  wieder
  aufgeboben  batte,  so  bemerkte  ich,  daß  mir  der  meinige
  ebenfalls  seblte.  Ich  und  mein  Begleiter  suchten
darnach,  aber  vergeblich.  Endlich  bemerkte  ich,  daß  eine
der  vorerwähnten  Damen,  die  sich  mit  Bekannten  unterbielten,
  einen  Hut  mit  der  Hand  verkehrt  auf  dem  Rükken
  bielt,  der  in  dem  Kopf  einerlei  Devise  mit  dem  meinigen
  batte.  Obne  mich  lange  zu  besinnen,  reichte  ich
über  die  Lehne  der  Bank,  um  ihr  den  Hut  aus  den  Hän-