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vidore  di  Piazza)  zu  uns  in  das  Zimmer  und  meldete,  daß
so  eben  Hr.  Rath  Reiffenkein  verschieden  sey;  zugleich
dußerte  er  sein  Bedauern,  daß  niemand  von  seinen  Verwandten
  oder  Landsleuten,  sondern  lauter  fremde  Diener
  2c.  bei  ihm  im  Hause  wären.  In  der  Absicht,  unserm
alten  verstorbenen  Landsmann,  an  den  ich  bei  meiner
Ankunft  in  Rom  empfoblen  war,  welchen  ich  aber  später
  aus  Aerger,  daß  er  die  Italiener  vorzugsweise  begünstigte,
  nur  selten  mehr  besuchte,  doch  noch  die  letzte
Ebre  zu  erzeigen,  verlieben  mein  Freund  und  ich  den
Tisch  und  giengen  nach  der  Wohnung  des  Verstorbenen,
welche  unweit  von  unserm  Speisehaus  oben  auf  Trinitati
monte  stand.  Als  wir  in  ein  vor  der  Hausthüre  gelegenes
  kleines  Gärtchen  kamen,  erblickten  wir  schon  den  in
ein  Leintuch  gehüllten  Leichnam  auf  den  steinernen  Platten
  der  Hausflur  vor  seinem  Zimmer,  und  als  wir  vollends
  in  die  Zimmer  bineintraten,  die  größtentheils  mit
kostbaren  Kunstsachen  und  andern  kostbaren  Gegenständen
  angefüllt  waren,  fanden  wir  die  männliche  und  weibliche
  Dienerschaft  in  voller  Arbeit.  Gerne  hätten  wir,
zum  Besten  der  Erben,  einige  Vorkebrungen  getroffen,
allein  die  Anwesenden  versicherten  uns,  es  würden  augenblicklich
  Personen  erscheinen,  um  die  Effeceten  zu  versiegeln.
  Da  uns  nun  diese  Leute  nicht  viel  Bescheid  gaben
und  es  uns  auch  als  unzeitiger  Diensteifer  gedeutet  werden
  konnte,  wollten  wir  hier  unberufen  nicht  länger  verweilen,
  und  verließen  das  Haus  mit  traurigen  Gefühlen
über  das  Schicksal  eines  berühmten  Mannes,  der  bei  all'
seinem  Reichthum  nicht  einmal  einen  Menschen  um  sich
gehabt  hatte,  welcher  in  den  letzten  Augenblicken  seines