119

mehr  im  Gebrauch  wären,  als  leere  Pbantaß#ereien  zu
betrachten  seyen,  und  man  mir  von  Seiten  der  Regierung
  aufgeben  sollte,  wenn  ich  je  Lust  bätte,  einmal  in
badische  Dienste  zu  treten,  dergleichen  excentrische  Arbeiten
  zu  unterlassen  und  mein  Studium  an  der  schönen
modernen  Baukunß  (nach  dem  Ausdrucke  dieser  Herren)
ernstlich  fortzusetzen.  Carl  Friedrich  sah  indessen  meine
Arbeit  mit  andern  Augen  an,  und  der  damalige  Minißer,
Hr.  von  Edelsheim  ,  welcher  ebenfalls  mit  der  Kunkk  des
Altertbums  vertraut  war,  und  wäbrend  seines  Aufentbalts
  in  Rom  selbst  mebrere  Jahre  auf  vertrauten
Fuß  mit  Mengs,  Winkelmann  u.  s.  w.  gelebt  hatte,
schrieb  mir  einen  sehr  ebrenvollen  und  schmeichelhaften
Brief,  und  ermunterte  mich  auf  dem  betretenen  Wege
fortzuwandeln,  zugleich  meldete  er  mir,  daß  er  den  Auftrag
  habe,  mir  25  Louisd'or  auszahlen  zu  lassen.  Wasmich
  aber  noch  mebr  erfreute,  war  der  Schluß  seines
Schreibens,  worin  er  sagte,  ich  sollte  mich  durch  kein
ungünftiges  Urtbeil  in  meiner  Vaterstadt  irren  lassen,  und
nur  auf  das  Urtbeil  der  Kenner  Werth  legen.  Leue
collegialische  Ansicht  meiner  Arbeit  blieb  indessen  meinen
Verwandten  und  Freunden,  die  mir  gleich  bierüber  Nachricht
  gaben,  nicht  verborgen,  und  ich  mußte  desbalb  Vorwürfe
  bören,  daß  ich  mein  Vermögen  in  Rom  nicht  ganz
zweckmahig  auf  mein  Studsum  verwendete,  weil,  wie
sie  mir  schrieben,  unser  Vaterland  keines  Roms  für  das
Studium  der  Kunst  bedürfe.  Wäre  ich  nicht  Handbaft
genug  gewesen,  so  bätten  mich  diese  Vorgänge  wobl
muthlos  machen  können.  Allein  ich  war  damals  schon  zu
lange  unter  Menschen  von  höherer  Bildung  und  sah  zu