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Nach  dem  Falle  von  Mantua,  sab  man  täglich  dem  Einmarsche
  der  Franzosen  in  den  Kirchenstaat  entgegen;  der
rõmische  Pöbel,  schon  lange  aufgereizt  gegen  die  Franzosen,
  gerieth  in  Wuth  gegen  alle  Forestieri,  und  die
päpstliche  Regierung  sab  sich  genöthigt,  ihre  Zuflucht  zu
einem  außergewöhnlichen  Mittel  zu  nehmen,  welches  nur
lächerlich  sinden  kann,  wer  den  Charakter  der  Römer
nicht  kennt.  Die  besten  geistlichen  Volksredner  wurden
beauftragt,  auf  öffentlichen  Plätzen  zu  predigen,  und  das
Volk,  wenn  die  Franzosen  in  Rom  erschienen,  zur  Ordnung
  und  Ruhe  zu  ermahnen.

Als  Einleitung  zu  diesen  Volksreden  geschahen  Wunder,
  und  in  den  ersten  Tagen,  bis  man  wußte,  wobin
dieselben  deuten  sollten,  war  jeder  Fremde  in  Rom
für  seine  Sicherbeit  um  so  mehr  besorgt,  da  sich  das
Volk  zuerst  schaarenweise  auf  den  Straßen  sammelte,  und
von  einem  Madonnenbilde  zum  andern  zog,  um  zu  sehen
wie  diese  Bilder  gleich  lebenden  Menschen  die  Augen  bewegten.
  Bald  bildeten  sich  Massen  von  vielen  tausend  Menschen,
  die  mit  Gesang,  und  in  der  größten  Devotion
von  einem  wunderthätigen  Madonnenbilde  zu  dem  andern,
  und  so  auch  von  einem  Platz  zum  andern  in  Procession
  bei  Tag  und  Nacht  wanderten;  allmäblig  wurden
die  Gemüther  besänftigt,  man  sab  das  Unglück  als  eine
Fügung  des  Himmels  an,  die  harten  Friedensbedingungen
  von  Tolentino  wurden  mit  Fassung  aufgenommen,
und  der  Fremde  freute  sich  bald  wieder  der  alten  Sicherheit.


Noch  will  ich  etwas  weniges  über  die  dußerliche  Anordnung
  dieser  Feste  in  Hinsicht  ihrer  Beleuchtung  be-