149

Grauen  an,  und  wir  verloren  alle  Lust,  in  der  saubern
Gesellschaft  länger  zu  verweilen.  Wir  ließen  uns  daber
auf  unser  Zimmer  leuchten,  wo  wir  zwei  Bettstellen  fanden.
  Auf  die  Frage:  warum  sein  Herr  uns  dreien  nur
ein  Bett  zugesichert  babe,  da  doch  hier  im  Zimmer  noch
ein  zweites  stehe?  antwortete  der  Bursche:  Ja,  meine
Herren,  dieses  Bett  ist  schon  für  andere  Fremde  be-Ktellt,
  die  noch  diesen  Abend  ankommen,  Sie  dürfen  darum
auch  die  Zimmerthüre  nicht  schliehßen.  Mit  nicht  geringer
  Sorge  für  unsre  Sicherheit  legten  wir  uns  nun  zu
Bette,  und  weil  ich  der  dlteste  und  Kärkste  von  meinen
Reisegefährten  war,  so  mußte  ich  mich  vornbin,  der  andern
Bettstätte  gegenüber,  legen.  Ermüdet  durch  unfre  große
Tagreise  schliefen  wir  jedoch  bald  ein.  Allein  kaum  batten
  wir  eine  Stunde  geschlafen,  so  wurden  wir  durch
die  angekündigten  Gäste,  welche  ohne  Licht  in  das  stockfinstre
  Zimmer  bereintraten,  wieder  aufgeweckt  und  in
nicht  geringen  Schrecken  gesetzt,  als  wir  börten,  wie
sie  Schießgewehre  und  andere  Wassen  auf  den  Tisch
legten.  Bald  unterschieden  wir  drei  Personen,  aus
deren  Reden  sich  ergab,  daß  sie  das  Handwerk  von
Wilddieben  trieben;  denn  sie  beklagten  sich  über  ihr
beutiges  geringes  Jagdglück,  und  daß  ibre  Schüsse  so
manches  schöne  Wild  gefehlt  hätten.  Uebrigens.  mußten
  sie  auch  sehr  müde  seyn,  denn  sie  waren  schnell  ausgekleidet
  und  zu  Bette,  worauf  sie  in  einigen  Minuten
zu  schnarchen  anfingen.  Am  andern  Morgen,  nachdem
uns  diese  Buschklepper  noch  vor  einbrechender  Dämmerung
  verlassen  hatten,  machten  wir  uns  ebenfalls  reisefertig,
  und  dankten  Gott,  dieser  Gefahr  mit  heiler