161

Flammen  gerietb,  und  nachdem  er  das  Städtchen  Torre
del  Greco  mit  Lava  überschwemmt,  beinahe  bis  auf  34
seiner  Höbe  zusammen  fttürzte.  Wenn  gleich  die  Besteigung
  dieses  Berges  wegen  seiner  Keilen  und  mit  Schlakken
  und  Asche  bedeckten  Oberfläche,  über  welche  man  kaum
zu  geben  vermag,  sebr  mühsam  ist,  so  erinnre  ich  mich
doch  mit  dem  größten  Vergnügen  an  das  schöne  Bild,
welches  sich  von  der  Spitze  dieses  Vulkans  zu  meinen
Füben  entfaltete.
Nachdem  ich  gegen  ein  Vierteliahr  in  Neapel  und  der
Umgegend  verweilt,  und  alles  Merkwürdige,  was  auf
Kunst  und  Wissenschaft  Bezug  hat,  geseben  hatte,  trat
ich  mit  meinen  beiden  ersten  Reisegefährten  und  einem
jungen  Gelehrten,  Herrn  Ammiller  aus  Stuttgart,  die  Zurückreise
  nach  Rom  über  alt  Capua  an,  wo  einf  der  große
cartbagische  Feldherr  Hannibal  mit  seinem  Heere  sich
den  Untergang  bereitete,  und  so  viel  Interessantes  für
den  Baumeicer  zu  seben  ist.  Ohngefähr  in  der  Mitte
der  pontinischen  Sümpfe  schlugen  wir  einen  Seitenweg
nach  Cora  ein,  um  die  dasigen  sogenannten  Herkulesund
  Caßor=  und  Pollux-Tempel  zu  sehen,  und  umgingen
hierdurch  einen  großen  Theil  der  Paluden  und  besonders
den  Theil,  in  welchem  wir  auf  dem  Hinweg  übernachtet
batten,  was  wir  auch  wegen  der  vorgerückten  Jabreszeit;
(denn  es  war  gegen  Ende  May)  tbun  mußten,  weil  es
für  unfere  Gesundbeit  wegen  der  Aria  cattiva  gefährlich
gewesen  wäre,  daselbst  zu  schlafen.  Von  dem  Weg  von
Cora,  wo  ich  mir  den  kleinen  Herkules  =  Tempel  aufzeichnete,
  den  ich  im  Werkchen  über  die  Säulenordnung  herausgab,
  bis  Rom  will  ich  noch  einer  italienischen  Artig-11
