116

endlich  die  Höbe  des  Berges  erreichen  würden,  wo  wir
wieder  einen  Ort  in  der  Ferne  erblicken  könnten,  strengten
  wir  uns  nicht  wenig  an.  Allein  es  wurde  inzwischen
Mittag,  und  erst  Nachmittags  3  Ubr  erreichten  wir  den
Gipfel  des  Berges,  welcher  dazumal,  zu  Ende  Avrils
noch  ganz  mit  Schnee  bedeckt  war,  ganz  erschöpft  und  in
balber  Verzweiflung,  da  sich  kein  Ausweg  aus  dieser  Wildniß
  darbot.  Mich  und  meinen  Freund  Hummel  kostete  es
Mübe,  unsere  übrigen  Reisegefährten,  welche  oft  zu  weinen
  anfingen,  und  jeden  Augenblick  liegen  bleiben  wollten,
mit  uns  fort  zu  bringen.  Oben  auf  dem  böchsten  Gipfel
der  Sabinergebärge,  wo  wir  uns  nun  befanden,  saben
wir  in  der  Himmelsrichtung,  nach  welcher  wir  glaubten,
daß  Rom  liege,  auf  einer  Entfernung  von  etwa  1½  Stunden
  tief  unter  uns  einen  Ort,  wir  folgten  der  Richtung
und  wanderten  nun  auf  der  andern  Seite  des  ziemlich
steilen  Berges  durch  den  Wald  binab,  und  langten  endlich,
  Abends  gegen  5  Uhr  daselbst  an.  Nach  einer  solchen
Anftrengung  wäre  es  uns  freilich  angenehm  gewesen,
wenn  wir  auf  die  Tageslast  und  Hitze,  die  Nacht  über
bier  bätten  ausruben  können.  Dieser  Ort  war  aber  trotz
des  schönen  italienischen  Landes,  so  öde  und  armselig,
daß  wir  kaum  einige  Brode,  Siegenkäß,  Eier  und  einige
Gläser  schlechten  Weins  baben  konnten.  Als  wir  uns
damit  etwas  erquickt  und  gerastet  hatten,  setzten  wir  mit
einem  Wegweiser  unsern  Weg  ganz  langsam  in  das  an
der  neapolitanischen  Gränze  gelegene  erste  römische  Städtchen
  fort,  in  welches  wir  auf  dem  rechten  Weg  schon  in
der  Frühe  gegen  10  Uhr  hätten  kommen  sollen,  und  langten
  erst  Nachts.  gegen  10  Uhr  daselbs#an.  Da  es  gerade