186

inzwischen  denselben  ein  wenig  aufgebalten,  ebenfalls  zu
verschwinden  ansing,  so  merkten  wir,  daß  unter  uns  ein
verborgenes  altes  Gewölb  seon  müsse.  Wir  sprangen  desbalb
  alle  schnell  von  unsern  Eseln,  um  dem  nun  schon
balb  versunkenen  Thier  zu  Hülfe  zu  kommen,  und  es  an
Strick,  Kopf  und  Ohren  auf  der  Oberwelt  zu  erbalten.
Wäbrend  wir  nun  auf  diese  Art  den  Esel,  aus  Furcht,  daß
derselbe  noch  vollends  in  das  Gewölb  fallen  möchte,  schwebend
  mit  dem  Kopf  über  dem  Boden  bielten,  was  keine
geringe  Last  war,  suchte  ein  Anderer  einen  andern  Zugang
  in  das  Gewölbe,  und  fand  auch  unweit  von  uns  neben
  einem  Gebüsche  eine  Oeffnung,  durch  welche  sich  durch
Jahrbunderte  eine  inklinirende  bis  unten  auf  den  Boden
des  Gewölbes  zulaufende  Erdmasse  angeschwemmt  hatte.
Er  kroch  über  dieses  schiefe  Terrain  in  die  sinstre  Oefnung,
  und  rief  uns  dann  zu,  daß  wir  den  Esel  nur  mit
Seilen,  welche  wir  von  den  andern  Eseln  nahmen,  um
den  Kopf  festbinden,  und  dann  ihn  vollends  in  das  etwa
20  bis  25  Fuß  tiefe  Gewölbe  binunter  lassen  sollten.  Als
wir  auf  diese  Art  den  Esel,  balb  erßickt,  unten  in  das
dunkle  Gewölbe  gebracht  batten,  entstand  eine  neue  Verlegenhbeit.
  Wir  konnten  ibn  nicht  wohl  durch  die  Oeffnung,
  in  welche  wir  nach  und  nach  zu  ihm  gekrochen
waren,  aufrecht  heraus  bringen,  weil  das  schief  angeschwemmte
  Terrain  faß  bis  an  das  Gewölb  reichte,  und
mußten  daber  den  Esel,  welcher  am  ganzen  Körper  zitterte,
  und  in  dieser  sinstern  Stickluft,  wo  vielleicht  seit
einigen  Jahrbunderten  kein  Mensch  mehr  bingekommen
war,  sich  ganz  geduldig  behandeln  ließ,  auf  die  Seite
umlegen,  und  so  mit  Seilen  an  den  Füßen  und  Obren