und  stand  in  voller  Rüstung  da.  Wir  vertbeilten  uns
in  die  beiden  Wagen,  wie  wir  es  den  Tag  zuvor  gethan,
und  kamen  schon  gegen  10  Uhr  vor  Mailand  an.  Hier
bat  unser  Militär  meinen  Reisegefäbrten  abermals  um
4  Scudi,  mit  dem  Beifügen,  daß  er  dieses  Geld  noch
vor  dem  Eintritt  in  die  Stadt  zu  haben  wünsche,  und
daß  er  ibm  die  ganze  Summe  gleich  zurückerstatten  wolle,
sobald  er  den  Obergeneral  gesprochen,  und  von  demselben
seinen  Sold  angewiesen  bekommen.  Daß  dieses  auf  eine
Prellerei  angeseben  war,  merkte  mein  Freund  wohl,  allein
da  der  Mann  uns  wegen  unserer  Koffer,  über  welche  wir
keinen  Schein  von  der  Grenze  mitgebracht,  gegen  Verdrießlichkeiten
  schützen  konnte,  so  gab  er  ihm  dieses  Gelbd
auch  noch.

Bei  dem  Nachtessen  in  Lodi  trafen  wir  zufälllg  Hru.
Kaufmann  Helgelin  aus  Stuttgart,  welcher  seine  Brant
in  Deutschland  abgebolt  batte,  und  mit  derselben  zurück
nach  Neapel  reiste,  wo  er  in  die  Handlung  seines  Onkels
trat.  Dieser  erzählte  uns,  daß  er  Tags  zuvor  belnahe
ganz  Mailand  hätte  durchfahren  müssen,  bis  er,  wegen
des  vielen  Militärs,  in  einem  Gastbof  Unterkommen
gefunden.  Er  rietb  uns  deshalb,  gleich  beim  Eintritt
in  die  Stadt  im  ersten  besten  Wirtbsbaus  eine  Wohnung
zu  suchen,  damit  wir  nicht,  wie  er,  in  Berlegenbeit  geriethen.
  Gleich  in  der  Stadt,  unweit  des  Thores,  ließen
  wir  daher  beim  ersten  Gasthof  unsern  Vetturin  balten,
  wo  uns  der  Wirth  sagte,  daß  er  noch  in  dem  bintern
  Bau,  im  Hofe,  2  Zimmer  im  zweiten  Stock  unbesetzt
  habe,  wir  sollten  sie  ansehen,  und  wenn  sie  uns  gefielen,
  stünden  sie  uns  zu  Diensten;  er  wolle  uns  dann