und  von  diesem  letzten  italienischen  Denkmal  auf  unserm
Wege  Abschied  zu  nehmen.

Bis  jetzt  gesselen  mir  die  Prospekte  an  dem  Comer
See,  und  so  auch  die  äußerst  malerischen  Gegenden,  welche
man  auf  der  Via  Mala  über  den  Splügen  und  auf  dem
Wege  nach  Graubünden  und  dem  Wallstädter  See  erblickt,
  noch  ungemein,  weil  mir  einestheils  die  jenseits
des  Splügen  durchwanderten  Gegenden,  die  ich  schon  einmal
  gesehen,  jetzt  zum  zweitenmale  noch  anziebender
durch  die  Erinnerung  wurden,  und  da  andrerseits  die
Gegenden  bis  an  den  Züricher  See  noch  den  frischen  Reiz
der  Neuheit  hatten;  allein  obne  den  schönen  Scenereien
des  Zürcher  Sees  etwas  zu  vergeben,  muß  ich  aufrichtig
gestehen,  daß  die  ersten  Bilder  von  den  Schweizer-Gegenden
  tiefere  Wirkung  auf  mich  machten.  Da  die
italienischen  Gegenden  wegen  ihres  klaren  und  reinen  Himmels
  weit  vortheilbafter  als  die  der  Schweiz  beleuchtet
sind,  so  gewähren  sie  einen  weit  größern  Reiz,  und  durch
die  Reinheit  der  italienischen  Luft  ist  man  auch  weit  empfänglicher
  für  das  Schöne,  und  wandelt  mit  heiterm
und  frohem  Sinn  in  den  schönen  und  anmuthigen  Scenereien
  Italiens.  Rücksschtlich  der  schönen  üppigen  Vegetation
  und  des  schönen  Grüns  der  Pflanzen,  bat  zwar
die  Schweiz,  so  wie  auch  überhaupt  Deutschland,  im
Allgemeinen  den  Vorzug;  hingegen  find  die  in  Itallen
durch  das  milde  Klima  begünßigten  Formen  der  Gebirge,
Bäume  u.  s.  w.  weit  angenehmer  und  sanfter  in  den
Formen,  als  die  mit  dunkeln  Tannenwäldern  überzogenen
  Gebirge  und  Felsenmassen  der  Schweiz,  die  durch
die  Strenge  der  Kälte,  und  des  auf  vielen  desselben  ewig