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In  dem  Schönen  verehre  von  allem  Schönen  das  urbild;

Nie  laß  herrschenden  Ton  den  Geschmack  der  Natur  Dich
entlocken,

Bleib  Dir  selber  treu,  wenn  Natur  und  Wahrheit  Dich
leiten.

Richte  Deine  Werke  (—  mit  Zweckfesthaltender  Schärfe.

Eile  mit  der  Vollendung,  wenn  ganz  den  Entwurf  Du  geprüft
  hast,

Nie  was  die  Täuschung  stört!  in  der  Kunst,

Sey  Vernunft  und  Gesetz  Dir;

Nur  die  Kunst  sey  Dir  lieb,  in  der  sich  die  wahrste  Natur
zeigt,

Ehe  Du  Schönheit  suchst,  such'  Wahrheit,  welche  sich  selbst
preist;

Reinige  Deinen  Geschmack  durch  Beschauung  des  Schönsten
was  wahr  ist.

Nebmen  Sie,  lieber  Weinbrenner,  diese  Erinnerung

eines  profanen  Kunstffreundes  mit  Liebe  an,  und  behalten

Sie  in  gutem  Andenken
Joh.  Casp.  Lavater.

Zürich,  Samstags  Morgen,
den  19.  August  1797.

Da  ich  vor  meiner  Abreise  von  Rom  schon  Hoffnung
batte,  der  Gräsin  von  Riez  (Lichtenau)  in  Berlin  ein
Palats  zu  bauen,  und  ich  meiner  Gesellschaft  zu  Liebe
nach  Zürich  gereist  war,  so  wollte  ich,  bevor  ich  nach
Berlin  ging,  doch  auch  meine  Geschwister  und  Freunde,
welche  ich  seit  mehreren  Jahren  nicht  gesehen,  besuchen;
und  schlug  deshalb  den  Weg  von  Zürich,  wo  ich  mich  gegen
  zwei  Monat  aufgehalten,  und  wäbhrend  dieser  Zeit
verschiedene  Bauprojekte  zu  entwerfen  hatte,  über  Basel
und  Strasburg  ein,  auf  welcher  Route  ich  durch  den