französischen  Revolutionskrieg  manches  verändert,  und
nicht  mebr  in  dem  vormaligen  blühenden  Zußande  fand.

In  Strasburg  bielt  ich  mich  einige  Wochen  bei  meinem
Onkel  Arnold  auf,  der  dazumal  Bau-Inspektor  der  Stadt
war,  und  hatte  Gelegenbeit,  vielleicht  sehr  Vieles  zur  Erbaltung
  des  daßgen  Münfters  beizutragen,  indem  mich
die  dasige  Munizipalität  zu  Ratbe  zog,  eben  da  sie  im
Begriff  war,  das  Innere  des  Münsfters  nach  einem  abscheulichen
  Plane,  welcher  das  ganze  Gebäude  verdorben
und  verunstaltet  bäátte,  zu  einem  Tempel  der  Vernunft
einzurichten  durch  das  Vertrauen,  welches  man  in  einen
von  Rom  kommenden  Künsler  setzte,  und  da  ich  über
den  Gegenstand  klarer  und  bestimmter  als  die  dortigen
Baumeister  zu  reden  wußte,  brachte  ich  es  dabin,  daß
die  Munizipalität  kebenfalls  einen  Plan  von  mir  verlangte,
  bei  welchem  lich  dieses  berrliche  Gebäude  nicht
verletzte,  und  die  Einrichtung  durch  bloße  bölzerne  Gradinen
  in  der  Form  eines  Zirkus  mit  gotbischen  Verzierungen
  in  das  Innere  stellen  wollte,  wodurch  ich  dasabscheuliche
  Projekt  verdrängte.  Man  war  jedoch  kaum  an
die  Execution  geschritten,  so  wurde  die  Einrichtung  von
solchen  Tempeln  der  Vernunft  schon  wieder  in-  Frankreich
  außer  Mode,  und  dafür  andere  neue  republikanische
Pfeilwerke  auf  ldas  Ackerfest,  die  Entthronung  des  Robespierres
  u.  s.  w.  zur  Tagesordnung  gebracht,  weßbalb
dann  dieses  so  schöne  Gebäude  von  allen  ähnlichen  Mißhandlungen
  verschont  blieb.

Von  Strasburg,  wo  ich  mich  dann  auch  zum  ersten
Mal  ernstlich  in  meines  Onkels  Tochter  verliebte,  und
mich  auch  mit  ihr  verlobte,  eilte  ich  nach  Carlsrub;  als