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Als  Weinbrenner  nach  Berlin  ging,  ahnete  er  nicht,
daß  dort  der  fernere  Gang  seines  Lebens  bestimmt  werden
  sollte.  Seine  Empfeblungsbriefe  verschafften  ihm  eine
gute  Aufnahme;  er  besah  die  Merkwürdigkeiten  der  Stadt
und  ibrer  Umgebungen  —  nicht  als  neugieriger  Reisender,
  sondern  als  ein  Mann,  der  sein  Urtbeil  nicht  auf
ein  wandelbares  Gefübl,  sondern  auf  unwandelbare
Gründe  zu  bauen  sucht,  und  sich  von  Allem  Rechenschaft
geben  will.  Seine  Neigung,  mit  Künstlern  umzugehen,
veranlaßte  die  Bekanntschaft  mit  den  Brüdern  Genellt,
mit  Carstens,  Cabot  und  mehrern  andern.  Diese  Bekanntschaft
  war  für  ihn  von  den  wichtigsten  Folgen.  Die
Genelli,  als  geschmackvolle  Zeichner  und  Architekten  bekannt,
  und  der  geist=  und  talentvolle  Carstens,  in  welchem
  sich  etwas  später  ein  so  reiches  Kunstvermögen  entwickelte,
  ermunterten  Weinbrenner,  nach  Italien  zu  gehen,
und  sich  dort  als  Baumeister  auszubilden.  Das  Zureden
der  Freunde  bestimmte  ihn  zu  einem  Entschlusse,  der  mit
seiner  Neigung  so  sehr  übereinstimmte,  und  den  er  nicht
den  Mutb  gebabt  hatte,  selbst  zu  fassen.

Wenn  es  eine  niederschlagende  Bemerkung  ist,  daß
wahrscheinlich  die  größten  Genies  dabingegangen  nd,
obne  eine  Gelegenheit  gefunden  zu  haben,  sich  bemerklich
zu  machen;  daß  mehr  als  ein  Giotto  unerkannt  bei  der
Heerde  sitzen  blieb,  bis  ein  günstiger  Zufall  an  diesem
Einen  endlich  den  Mann)  vorüberführte,  der  seine  An-—



*)  Cimabue,)  der  den  Hirtenknaben  Giotto  bei  der  Heerde  sand,  wie
er  eben  mit  einem  scharfen  Stein  ein  Lamm  zeichnete  und  ihn
als  Schüler  zu  sich  nahm.